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Wilmas wilde Worte

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Zwei Typen, zwei Wackelkandidaten

07.09.2010
Zwei unterschiedliche Spielertypen in ganz ähnlicher Situation als Wackelkandidaten. Routinier Stefan Hübner (35), der ein spätes Comeback in der Volleyball-Nationalmannschaft versucht, obwohl dort die Entwicklung nach seinem Abschied rasant weiterlief. Christian Dünnes (26), der zwar als Alleskönner gilt, der sich aber nicht mit einem herausragenden Spezialgebiet für die Auswahl von Bundestrainer Raúl Lozano empfehlen kann.


Die beiden Volleyball-Profis, die am Montag einen Abstecher zur TG Rüsselsheim unternahmen, dem Ausrichter des letzten WM-Tests am 19. September gegen Brasilien, haben unterschiedliche Voraussetzungen. Mittelblock-Ass Hübner kann mit der Erfahrung von mehr als 200 Länderspielen und vier Auszeichnungen als Deutschlands Volleyballer des Jahres aufwarten. Universalspieler Dünnes, der von 2000 bis 2002 für das Volleyball-Internat Frankfurt antrat, schaffte es nach seinem Debüt 2006 gerade mal auf acht Länderspiel-Einsätze.

Beide sind nach mehrjährigen Einsätzen für italienische Clubs beim Bundesligisten Evivo Düren gelandet, und für beide stand es am Montag auf dem Weg zum Trainingslager in Heidelberg noch in Frage, ob sie zum 14-köpfigen WM-Kader des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) gehören werden. Nur dann würden sie auch in knapp zwei Wochen in Rüsselsheim mit von der Partie sein.

»Spannend« findet das Hübner, der bei den beiden Testspiel-Niederlagen gegen Russland (0:3 in Nordhausen, 1:3 in Dessau) am Wochenende eingewechselt wurde und damit erstmals seit seinem Rücktritt 2009 für den DVV spielte. Eine Serie von Verletzungen hatte ihn nach Olympia 2008 in Peking zum Abschied bewogen. Nach der Rückkehr aus Italien scheinen vor allem seine Knieprobleme behoben. »Ich bin immer noch ein bisschen hinten dran«, räumt der Fünfunddreißigjährige ein, er spürt aber Fortschritte: »Jeder Punkt, den ich im Moment spielen darf, gibt mir wieder mehr Sicherheit.«


Große Ansprüche stellte der Routinier bei seiner Rückkehr nicht. Darum sieht er auch keinen Anlass zu ähnlichen Diskussionen wie etwa um Kapitän Michael Ballack bei der Fußball-Nationalmannschaft. In die dortige Rollenverteilung werde sowieso »viel zu viel hineininterpretiert«, sagt Hübner. Sicher sei er selbst früher verbissener gewesen, gesteht der Profi, doch inzwischen sehe er vieles entspannter. Auch die WM-Teilnahme: »Wenn ich mitkomme, ist das ein Bonus für mich«.

Nach dem Wechsel auf der Bundestrainer-Position - für Stelian Moculescu kam Raúl Lozano - hat sich einiges in der Auswahl verändert. Hübner nennt Zuspieler Patrick Steuerwald (Perugia/Italien) oder Angreifer Georg Grozer (Rzeszow/Polen), mit denen sich eine neue Spielweise etabliert habe. Die Kollegen zeigten auch vor großen Gegnern keine Ehrfurcht. »Es haben sich neue Führungsspieler entwickelt und das ist auch gut so«, sagt Hübner. In Lozanos Spielphilosophie sei zudem die Abwehr wichtiger. »Das ist das, was mir persönlich gut gefällt. Das hat der Mannschaft gut getan«, urteilt der Routinier.

Die Ergebnisse gegen Russland, das in der Weltrangliste hinter Brasilien Rang zwei belegt, zeigen allerdings, dass es nach der Vorbereitung mit reichlich Krafttraining noch nicht rund läuft. »Die Russen waren sehr stark. Sie haben uns Grenzen aufgezeigt«, räumte Dünnes ein. Der 2,07 Meter große Allrounder musste sich beide Begegnungen von außen betrachten . Die Abstimmung habe noch gefehlt, analysiert er. Doch hätte die Steigerung im zweiten Spiel gezeigt, dass die Russen trotz ihrer körperlichen Stärken »nicht so weit weg sind, dass man Angst haben muss.«

In drei Spielen wird Brasilien letzter Gegner der DVV-Auswahl vor der WM, bei der es ab 25. September in der Vorrunde gegen Europameister Polen, Serbien und Kanada geht. Die Stärken der Südamerikaner liegen für Hübner und Dünnes auf der Hand: Ballsicherheit, Schnelligkeit und eine gute Abwehr. Dass dem DVV-Team auch im Spiel am 19. September (18 Uhr, Walter-Köbel-Halle) nur die Außenseiterrolle bleibt, ist für Hübner kein Problem. »Lieber nochmal einen obendrauf kriegen«, lautet seine Erfahrung. Denn lasse sich auch der Ernstfall bestehen.
Quelle: Darmstädter Echo
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