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Wilmas wilde Worte

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„Wir sind zwei Punkte über dem Soll“

07.02.2012
Mittelblocker Renaud Doue (31) aus Frankreich, Zuspieler Stanislav Lampert (28) aus der Slowakai, die Außenangreifer Dejan Stankovic (40) aus Serbien, Marcin Boruc (22) aus Polen, Adis Katanovic (34) aus Bosnien-Herzegowina oder der 2,12 Meter große deutsche Mittelblocker Armin Dewes: Das Team von Trainer Luis Ferradas ließ sich am Samstagabend von der internationalen Promi-Liste des TSV nicht einschüchtern. Taktisch diszipliniert, mannschaftlich geschlossen und kämpferisch stark behielt es in der Walter-Köbel-Halle mit 3:1 (25:21, 22:25, 25:20, 25:18) die Oberhand und rückte vom zehnten auf den siebten Platz vor. Grafing, im Vorjahr als Aufsteiger noch oben dabei, muss sich dagegen als Tabellenelfter vorsehen, zweitklassig zu bleiben.

Es war ein Sieg, der Ferradas nicht nur zwei, sondern vier Punkte wert war. In der Rückrunde will er mindestens so viele Zähler holen wie in der ersten Saisonhälfte und die bezwungenen Mannschaften noch einmal schlagen. Da die Hinrundenpartie gegen Grafing verloren gegangen war – wie auch die beiden Begegnungen der Vorsaison gegen den TSV –, zählt für ihn der Erfolg doppelt: „Wir sind zwei Punkte über dem Soll.“ Es war ein Sieg, an dem Anton Borger im Angriff den größten Anteil hatte. Der 26 Jahre alte Diagonalspieler lief ab dem zweiten Satz zu Hochform auf und verwandelte am Ende bezeichnenderweise auch den Matchball – mit einem „Monsterblock“, wie der Hallensprecher begeistert ausrief. Seine Schulter sei zwar noch nicht ganz in Ordnung, räumte Borger ein, „aber wenn ich sie gut warm mache, geht das schon.”

Nach dem Abpfiff mochte er aber weniger über seine eigene starke Leistung, sondern vielmehr über den guten Gesamteindruck seiner Mannschaft reden: „Nachdem wir am Anfang noch zu viele Fehler gemacht haben, haben wir uns gut ins Spiel hineingearbeitet und sind immer besser geworden. Wir haben Stimmung gemacht, unser Rhythmus hat gestimmt, und wir sind konzentriert geblieben, als Grafing nervös wurde.“ Von Trainer Ferradas sah er sein Team bestens eingestellt auf die Gäste. „Wir wussten, dass sie viel Linie schlagen, aber die haben wir im Block gut zugemacht“, so Borger, „gerade Dejan Stankovic hatte Mühe, sich umzustellen und diagonal zu schlagen“.

Anton Borger sieht neben dem großen Kader aber auch einen Vorteil darin, „dass wir jetzt mit zwei Liberos spielen“. Mit Thomas Mudersbach und Paul Becker gibt es nun Alternativen auf dieser Position. Allerdings muss die Turngemeinde an ihren Anlaufschwierigkeiten noch arbeiten: „Komischerweise spielen wir in der zweiten Hälfte der Sätze immer besser als in der ersten“, wundert sich Anton Borger. Doch solange es nicht umgekehrt ist, muss er sich keine ernsthaften Sorgen machen.
Rüsselsheimer Echo
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