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Wilmas wilde Worte

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Wiedersehen mit Kolle und Nothhaft

10.10.2008
Das ist kein Spiel wie jedes andere. Das ist ein Zweitliga-Derby der besonderen Art. Wenn Erstliga-Absteiger Rhein-Main Volley am Samstag um 20 Uhr in der Weingartenschule bei TuS Kriftel gastiert, treffen zwei benachbarte Mannschaften aufeinander, die sich lange kennen und einige Spielerwechsel hinter sich haben – vor allem von Rüsselsheim zu Kriftel.
Allein in der vergangenen Saison verlor der in Rüsselsheim beheimatete Rhein-Main Volley zwei Stammspieler an die TuS. Mit Andreas Kolle und Ralph Nothhaft wanderten gleich beide etatmäßigen Mittelblocker nach Kriftel ab. Ein schwerer Schlag für den gerade aus der Bundesliga abgestiegenen Klub, der schon befürchten musste, keine spielfähige Mannschaft mehr auf die Beine zu bekommen. Denn Nothhaft und Kapitän Kolle waren nur zwei von zahlreichen Abgängen.

Doch Vereinschef Thilo von Hagen hat es mit seinen Vorstandskollegen geschafft, ein neues Team aufzubauen und Rhein-Main Volley wieder ins Geschäft zu bringen – auch mit von Hagens Engagement selbst, der nach der erfolglosen Suche nach einem Coach als Spielertrainer in die Bresche sprang.

Aber auch aus Kriftel kam Unterstützung. Jörn Freiwald, 21 Jahre alt und zwei Meter groß, fand von dort den Weg nach Rüsselsheim und übernimmt nun eine der vakanten Mittelblockpositionen – neben dem starken Rückkehrer Jakub Strzelczyk. Ein wenig überraschend ist es da schon, dass Rhein-Main Volley vor dem Derby gegen Kriftel ebenfalls noch ungeschlagen ist und die ersten drei Spieltage erfolgreich abschloss.

Neben Kriftel und Topfavorit Bühl, die beide bereits vier Siege auf dem Konto haben, trägt das Team von Thilo von Hagen als einziges in der Zweiten Bundesliga Süd noch eine weiße Weste. Dennoch sieht der Rhein-Main-Coach seine Mannschaft am Samstag als Außenseiter. „Allein schon weil Kriftel mit zwölf Spielern eine stärkere Bank hat als wir.“ Und dabei befinden sich im TuS-Kader neben Kolle und Nothhaft noch drei starke ehemalige Spieler der TG Rüsselsheim, die ihr vor zwei Jahren zum Erstliga-Aufstieg verholfen haben: Frank Bachmann, Anton Borger und Christian Hesse.

Doch glaubt von Hagen fest an eine Siegchance: „Wenn wir gut drauf sind, können wir jeden schlagen.“ Allerdings gelte das auch umgekehrt: An einem schlechten Tag sei auch eine Niederlage gegen alle Klassenkonkurrenten möglich. Da fehle es seinem Team noch an Konstanz, schränkt der Trainer ein. „Das hat man auch letztes Wochenende gesehen. Als Freiburg Druck gemacht hat, hatten wir Probleme.“

Dennoch ist Rhein-Main im ersten Heimspiel der Saison über Vorjahresvizemeister Freiburg ein 3:2-Sieg gelungen – nach einem 1:2-Satzrückstand. Aber auch TuS Kriftel musste am zurückliegenden Sonntag zittern. Beim VCO Kempfenhausen gelang ihm nur mit Mühe ein Fünfsatzsieg (25:19, 20:25, 25:19, 22:25, 15:11). Die Mannschaft von Trainer Klaus Hermann, ein früherer Zweitligaspieler der TG Rüsselsheim, konnte im vierten Satz den Sack nicht zumachen und behielt erst im Tiebreak die Oberhand.

Es ist übrigens gar nicht so lange her, dass Kriftel und Rhein-Main Volley gegeneinander gespielt haben, nämlich in der Vorbereitungsphase in einer Trainingspartie. Da entschied das TuS-Team die ersten beiden Sätze klar für sich, ehe der Erstliga-Absteiger zwei Durchgänge gewann, um im Tiebreak doch das Nachsehen zu haben. Thilo von Hagen hofft, dass es nun anders ausgeht – auch im Hinblick auf das darauffolgende Heimspiel gegen Tabellenführer Bühl (18. Oktober, 19.30 Uhr, Köbel-Halle).
Quelle: Rüsselsheimer Echo
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