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07.02.2007
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Der Trainer war "stinksauer", die Spieler hatten einen dicken Hals und der erste Schiedsrichter erklärte lächelnd seinen womöglich spielentscheidenden Pfiff. Nach dem Bundesligamatch zwischen Rhein-Main Volley und evivo Düren gestern Abend in der Köbel-Halle bestand trotz oder gerade wegen der heimischen 0:3 (23:25, 25:27, 22:25)-Niederlage großer Gesprächsbedarf.
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Was war geschehen, dass sich die hessischen Gemüter derart erhitzten? Die Gastgeber, die bereits im ersten Satz einige strittige Entscheidungen gegen sich beklagt hatten, schienen im zweiten Durchgang auch den fünften Satzball des dreimaligen "Vizemeisters" vom Niederrhein abgewehrt zu haben. "Der Ball geht gegen die Antenne oder sogar außen vorbei, die Dürener erkennen das, drehen schon ab und dann pfeift der erste ,Schiri´ eine Netzberührung. Der soll sich auf das Spiel konzentrieren; das ist Sache des zweiten Unparteiischen", wetterte Thilo von Hagen. Und: "Wer da im Netz gewesen sein soll, weiß keiner", sagte der 36-jährige Zuspieler. Der erste Referee aus Heidenheim indes erklärte auf Nachfrage der "Main- Spitze", dass "ganz deutlich" eine Netzberührung vorgelegen habe. Gäste-Coach Mirko Culic zeigte Verständnis für die Verlierer: "Wenn zwei Mannschaften so kämpfen, darf ein Satz nicht durch einen solchen Pfiff entschieden werden."
Sei`s drum. So bitter dieser Satzverlust unterm Strich war, so wäre es falsch, den mittlerweile zehnten "RMV"-Misserfolg ohne Satzgewinn alleine dem Schiedsgericht ankreiden zu wollen. "Vielleicht hat einer das Netz berührt, vielleicht nicht. Aber es gab ja mehr Szenen, in denen das gegen uns gepfiffen wurde. Man muss halt auch mal die Hände aus dem Netz lassen", sagte Christian Metzger. Der heimische Trainer machte aus seinem Herzen keine Mördergrube: "Alle haben gut gespielt, aber wir sind zu dämlich, mal einen Satz oder mehr zu gewinnen. Den ersten Satz haben wir wegen mangelnder Konzentration und äußerer Einflüsse vergeigt. Und wenn man sich als Aufsteiger so präsentiert, erzielt man beim Schiedsgericht auch keine Akzeptanz. Heute war ein Tag, wo die zu schlagen gewesen wären."
In der Tat verließen die meisten der etwa 200 Zuschauer - darunter Oberbürgermeister Stephan Gieltowski - die Halle mit dem Gefühl, dass deutlich mehr für den Tabellenvorletzten drin gewesen wäre. "Düren hat Probleme, sich gegen die Kleinen zu motivieren", weiß von Hagen. Und weil die Gäste allein im Angriff höheren Ansprüchen genügten (Culic: "Da haben wir unsere Punkte gemacht. Im Block und in der Abwehr lief dagegen bei uns heute gar nichts."), entwickelte sich von Beginn an ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. "RMV" führte zwischenzeitlich mit drei Punkten, leistete sich am Ende zuerst zwei Angabefehler hintereinander und ließ dann einen so genannten "Danke-Ball" sowie eine Angabe zum 0:1 in Feld plumpsen.
Dass Kapitän Andreas Kolle die seinen vor Beginn des zweiten Satzes lautstark motivierte, trug Früchte. Vor allem Ralph Nothhaft über die Mitte, aber auch der Niederländer Mark Posthuma auf Außen schlugen den teilweise lustlos bis überheblich wirkenden Dürenern die Bälle ein ums andere Mal um die Ohren. Diese gerieten trotz deutlicher Führungen immer wieder in Bedrängnis und wechselten schließlich gleich zwei Spieler aus. Doch obwohl der sprung- wie schlaggewaltige Heriberto Quero aus Venezuela dank famoser Pässe des starken Zuspielers Ilja Wiederschein häufig nur einen Einer-Block gegen sich hatte, musste am Ende schon der erste Schiedsrichter mithelfen, den zehnten Saisonsieg des evivo-Teams auf den Weg zu bringen.
Da der Adrenalinspiegel aufgrund des unglücklichen Satzverlustes extrem hoch war, kämpften die Rüsselsheimer unverdrossen weiter und hielten auch lange Zeit spielerisch dagegen. Düren blieb weiterhin den Beweis eines Spitzenteams schuldig, leistete sich sogar einen Aufstellungsfehler. Beim 19:18 wurde auf dem Feld und auf den spärlich gefüllten Rängen noch gehofft, nach drei ins Aus geschlagenen Angriffen in Serie machten sich die Ersten dann aber doch auf den Heimweg. Culic indes traute dem Braten noch nicht und nahm bei einer 24:22-Führung eine Auszeit. Den zweiten Matchball versenkte Quero dann nach exakt 80 Spielminuten diagonal im Drei-Meter-Raum. Dieser letzte Geniestreich war nicht zu verhindern, die 13. Niederlage indes schon. Sechs Chancen bleiben noch, dem Abstieg zu entgehen. Die Luft wird dünner...
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Quelle: Main-Spitze
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