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20.11.2007
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Rhein-Main Volley zieht mit einem unerwartet leichten 3:1-Sieg bei Zweitligist Kriftel ins deutsche Pokal-Viertelfinale ein.
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"Von Kriftel hätte ich mir mehr erwartet“, meinte Andreas Kolle. Dass es seiner Mannschaft beim Zweitligisten TuS Kriftel gerade in den ersten beiden Durchgängen ihres 3:1 (25:18, 25:19, 23:25, 25:23)-Sieges so leicht fallen würde, hatte den Mittelblocker doch überrascht.
Zwar sahen sich die Bundesliga-Volleyballer von Rhein-Main Volley in Satz Nummer drei und vier stärker gefordert als am Anfang. „Aber wir haben da nichts anbrennen lassen“, fand Kolle. Nach anderthalb Stunden Spielzeit war seinem Team vor über 400 Zuschauern in der MTK-Kreissporthalle der Einzug ins Viertelfinale des DVV-Pokals sicher. Hier genießt es am 8. oder 9. Dezember gegen Ligakonkurrent SCC Berlin Heimrecht.
„Die Ex-Rüsselsheimer schienen mir teilweise übermotiviert“, sagte Trainer Christian Metzger. Die TuS lief mit Frank Bachmann, Anton Borger und Christian Hesse auf, die in der vergangenen Saison unter Metzger noch für die TG in der Zweiten Liga aufgeschlagen haben. Metzger bescheinigte Borger jedoch eine starke Leistung. Der ehemalige Junioren-Nationalspieler sorgte im Außenangriff für viele Punkte der Gastgeber.
Allerdings bedauerte Borger, in den ersten beiden Sätzen nicht ins Spiel gefunden zu haben mit seiner Mannschaft: „Wir mussten uns erst mal an das Niveau gewöhnen.“ Rhein-Main Volley schlug härter auf, schlug höher im Angriff ab und machte weniger Fehler als die Klassenkontrahenten Kriftels.
Ein Grund für den Fehlstart liegt wohl aber auch in der Doppelbelastung der TuS. Am Samstag trat das Team um Trainer Klaus Hermann und Co-Trainer Volker Braun in der Zweiten Liga beim VC Dresden an, hatte hier nach einem 0:2-Satzrückstand mit 2:3 das Nachsehen und kehrte erst um fünf Uhr morgens nach Hause zurück. „Das hat man schon gemerkt“, steckte auch dem 22-jährigen Anton Borger das anstrengende Fünfsatzspiel in Sachsen noch in den Knochen.
„Da dachten wir wohl schon, es geht von alleine“, sah Andreas Kolle sein Team nach dem klaren 2:0-Satzvorsprung übermütig werden. Im vierten Abschnitt ging sein Team aber wieder in Führung, hatte mit 22:17 den Sieg zum Greifen nahe, ehe es bei 23:22 noch mal eng wurde. Den Matchball ließ sich Tim Wacker, der erstmals durchspielte, aber nicht nehmen.
Wacker war zum Einsatz gekommen, weil Jason Octave von der Diagonal- auf die Mittelposition rückte. Denn Mittelblocker Ralph Nothhaft wurde wegen einer Entzündung im Knie von Trainer Metzger geschont und nicht eingesetzt. Octave konnte zwar wegen eines herausgesprungenen Wirbels vergangene Woche nicht trainieren, machte am Sonntag aber einen fitten Eindruck.
Sören Schneider hat den verletzten Michal Peciakowski (Achillensehnenabriss) im Zuspiel wieder gut vertreten. Thilo von Hagen, der für den Notfall zur Verfügung stand, konnte getrost auf der Bank sitzen bleiben.
„Das ist schon ein gutes Gefühl, dass wir gegen Kriftel gewonnen haben“, meinte Andreas Kolle strahlend. Gerade auch, um denjenigen, „die Rhein-Main eher kritisch gegenüber stehen“, die Stärke seines Teams zu beweisen.
Anton Borger wirkte dagegen weniger fröhlich. Nach einem guten Saisonstart von TuS Kriftel hatte es in Dresden die zweite Rundenniederlage in Folge für sein Team gesetzt, und dann war auch noch gegen Rhein-Main Volley nichts drin. Dabei sei seine Mannschaft „schon ziemlich motiviert“ gewesen.
„Und wir hatten gehofft, dass sie uns mehr unterschätzt. Aber wir haben uns wohl zuviel erhofft“, bedauerte Borger. Das Pokalaus war allerdings kein Beinbruch für die Krifteler. Nun können sie sich ganz der Zweiten Bundesliga Süd widmen.
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Quelle: Rüsselsheimer Echo
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