|
01.03.2010
|
|
Es sah nicht gut aus nach den ersten beiden Sätzen. Rhein-Main Volley befand sich im Nachbarschaftsvergleich beim TuS Kriftel auf dem besten Weg in eine Niederlage. Vor mehr als 250 Zuschauern bogen die Gäste in der Weingartenschule in Kriftel das Spiel jedoch noch um
|
und gingen am Ende nach zwei Stunden mit 3:2 (28:30, 22:25, 25:19, 25:21, 15:8) lautstark jubelnd als Sieger vom Feld.
Damit hat das Team von Trainer Luis Ferradas in der Zweiten Bundesliga Süd GSVE Delitzsch, das mit 1:3 zu Hause den L.E. Volleys aus Leipzig unterlag, den dritten Tabellenplatz abgenommen. Zum Zweiten TV Rottenburg II (knapp 3:2 in Schwaig) bestehen weiterhin vier Punkte Rückstand. Rhein-Main Volley hat allerdings ein Spiel weniger bestritten, kann also aus eigener Kraft auf zwei Zähler verkürzen.
Ferradas sprach seiner Mannschaft „ein großes Kompliment“ aus für ihre Energieleistung. Gegen die mit einer vollen Bank angetretenen Gastgeber standen ihm nur acht Mann zur Verfügung. Noch dazu hatte Mittelblocker Jakub Strzelczyk am Wochenanfang eine Hautoperation vornehmen lassen müssen, biss sich aber durch. Der Trainer, der durch eine Halsentzündung ebenfalls gehandicapt war, sah einen guten Anfang mit einer 8: 1-Führung. Doch dann kam Kriftel dank starker Sprungangaben von Anton Borger ins Spiel und behielt im ersten Satz nach hartem Kampf mit 30:28 die Oberhand.
Auch im zweiten Durchgang legten die Gäste vor, um mit 22:2 5 zum Schluss erneut das Nachsehen zu haben. „Wir hatten Koordinationsprobleme, und die Körpersprache war nicht ideal“, meinte Ferradas.
Doch gaben sich seine Spieler nicht auf, glaubten weiter an den Sieg und schafften es tatsächlich, das Derby im dritten Satz zu drehen. Johann Löwen, Peter Wellbrock und Andreas Kolle haben die Mannschaft nun geführt. Die anderen zogen voll mit. Sören Schneider spielte gut zu. Löwen glänzte immer wieder im Angriff. So bekam Rhein-Main-Volley das Geschehen immer mehr unter Kontrolle.
Kriftel wurde zusehends nervöser, leistete sich besonders im Angriff viele Fehler und musste sich im dritten Abschnitt mit 19:25 recht deutlich geschlagen. geben. Nachdem der Favorit auch den vierten Satz für sich entschieden hatte, war der Weg frei. Im Tiebreak zog er dem TuS-Team ab dem 3:3 davon und gab nur acht Ballpunkte ab.
Für Luis Ferradas, der nur 300 Meter von der Krifteler Halle entfernt wohnt und den Turn- und Sportverein in den Neunzigern in die Erste Liga geführt hatte, war es ein besonderes Erlebnis, an seiner alten Wirkungsstätte zu gewinnen. Aber es bereitete ihm auch „ein komisches Gefühl“, wie er nach dem Abpfiff bekannte.
Im Vordergrund stand für ihn jedoch der 14. Saisonsieg mit Rhein-Main und die Eroberung des dritten Tabellenplatzes. „Jetzt freue ich mich in zwei Wochen auf Spitzenreiter VC Gotha.“
|
|
Quelle: Rüsselsheimer Echo
|