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20.09.2010
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In nahezu bestechender Form präsentiert sich die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft wenige Tage vor Beginn der Weltmeisterschaft in Italien (25. September bis 10. Oktober). Daran konnte auch die 1:3 (26:14, 23:25, 25:27, 22:25)-Niederlage gegen Titelverteidiger Brasilien in der mit 2200 Zuschauern proppenvollen Walter-Köbel-Halle nichts ändern.
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Denn bereits zwei Tage zuvor hatte die Mannschaft von Bundestrainer Raúl Lozano die Ballzauberer vom Zuckerhut im ersten der drei Testspiele untereinander in Ludwigsburg vor 3400 Besuchern in 3:2 Sätzen niedergerungen. Das war der erste Sieg des Weltranglistenelften gegen die „Übermannschaft“ aus Südamerika seit 1994.
Auch nach dem Spielende in Rüsselsheim, dessen Ausrichtung Zweitligist TG Rüsselsheim einmal mehr hervorragend meisterte, war der 54 Jahre alte argentinische Coach hoch zufrieden: „Am Freitag haben wir gewonnen und gut gespielt“, hob der Trainerfuchs an. „Doch heute“, grinste er bübisch, „haben wir verloren, aber noch besser gespielt.“ Überhaupt war Lozano kaum zu bremsen, äußerte sich emotional wie nach einem Sieg: „Das war ein gutes Spiel auf hohem Niveau“, fuhr er fort. Das habe man allein an den ausnahmslos knappen Sätzen gemerkt, „gegen solch eine starke Mannschaft so gut mitzuhalten.“ Und Lozano tat sich schwer, die besten Spieler herauszuheben. Schließlich hatte er fast sämtlichen Akteuren zu einer starken Leistung gratuliert: „Nun habe ich fast wirklich alle genannt“, flachste er abschließend.
Sein Gegenüber, Bernardo Rezende („Bernhardino“), hatte sich derweil wieder beruhigt. Im dritten Satz hatte er beim Stande von 21:20 für die deutsche Mannschaft wegen Meckerns die Gelbe Karte gesehen. „Vielleicht hat er da auf hohem Niveau gejammert“, scherzte Thilo von Hagen von der TG Rüsselsheim, der auch als Pressesprecher des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) fungiert. „A very good match“, sagte der brasilianische Übungsleiter, aufgrund eines Achillessehnenrisses humpelnd unterwegs, auf Englisch. Und er sprach von einem hervorragenden Test, der optimal für beide Mannschaften kurz vor der WM sei. Und die Atmosphäre in der Rüsselsheimer Arena beschrieb er als „very enthusiastic.“
Mit sagenhaftem Blockspiel trotzten die Gastgeber dem hohen Favoriten gleich zu Beginn. Das Gros der Zuschauer johlte vor Begeisterung als es sogleich 3:0 stand. Und beim Stande von 8:6 während der ersten Auszeit der Deutschen bot TG-Maskottchen „Wilma“ zum Hip-Hop-Superhit der Band Frauenarzt „Jetzt geht’s ab, wir feiern die ganze Nacht“, akrobatische Tanzeinlagen. Da verblassten sogar kurz die knapp 200 brasilianischen Fans, die immer wieder mit Trommelwirbel und lautstark begleitetem Fahnenschwenken für Stimmung sorgten.
Weiterhin sehr gute Blocks und mit Jochen Schöps, dem 26-jährigen Diagonalangreifer in Hochform, wendeten die Gastgeber im ersren satz das Blatt und gingen 1:0 in Führung. Doch die Gäste fingen sich und profitierten speziell im zweiten Durchgang von einer teilweise unsicheren Annahme des Lozano-Teams. Doch bis zum Enmde des 115-minütigen Schlagabtauschs sorgte die deutsche Volleyball-Elite für packende Duelle am Netz und knappe Spielstände. „Das Quäntchen mehr Glück hatten letztlich die Brasilianer“, befand der Deutsche Kapitän Björn Andrae. Mals sehen, wie‘s am Dienstag in Heidelberg und womöglich bei der WM in Italien aussieht...
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Quelle: Main-Spitze
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