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29.04.2011
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Großes Aufatmen bei der TG Rüsselsheim: Die Auflösung der Zweitligamannschaft ist abgewendet. Die Finanzlage hat sich entspannt. Auch in Zukunft wird es Bundesliga-Volleyball in Rüsselsheim geben. „Wir haben uns entschieden, die Lizenz für die nächste Saison zu beantragen”, erklärte Trainer Claude Weber stolz auf Nachfrage des ECHO.
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Die beträchtliche Lücke im Etat konnte in den vergangenen drei Wochen auf ein akzeptables Maß verringert werden. Anfang April hatte Weber als Vorsitzender des Trägervereins der ersten Mannschaft schweren Herzens die Hiobsbotschaft verkündet, dass die Lizenzbeantragung stark auf der Kippe stehen würde. 25 000 Euro fehlten da für die kommende Spielrunde, was rund der Hälfte des Etats entspricht. „Ehrlich gesagt, war ich sehr skeptisch”, gab Weber zu, nicht viel Hoffnung gehegt zu haben. Zumal der Zeitrahmen für die Beschaffung der erforderlichen Gelder sehr kurz war, denn die Lizenz muss bis zum 2. Mai beantragt werden. „Doch in den letzten drei Wochen hat sich einiges getan”, freute sich der 44-Jährige. Mit der Gewinnung von „drei, vier neuen Sponsoren”, so Weber, die größere Summen zur Verfügung stellen, sowie der Zusage bisheriger Unterstützer haben sich die Verantwortlichen der Turngemeinde nun entschlossen, eine weitere Saison für die Zweite Bundesliga Süd zu melden. „Ausschlaggebend war nicht zuletzt die breite Resonanz auf das drohende Aus für das einzige verbliebene Männer-Bundesligateam aus Hessen“, heißt es in einer Pressemitteilung der TG. Volleyball-Abteilungsleiter Hartmut Heiringhoff: „Die positiven Rückmeldungen von Volleyballfans aus der Region haben uns ebenso wie die Anteilnahme von politischer Seite bestärkt, es weiter zu versuchen.“ Die Lücke im Etat konnte allerdings noch bei weitem nicht ganz geschlossen werden. Weber nannte eine Summe von „rund 10 000 Euro“, die weiterhin fehle. „Aber wir sind das Risiko guten Mutes eingegangen, weil wir sehr zuversichtlich sind, während der Saison mit den neuen Kontakten diese Lücke schließen zu können.“ In die Entscheidung, erneut für die Zweite Bundesliga zu melden, waren auch Dietmar Scheer, Friedel Richter und Martin Skalsky vom geschäftsführenden Vorstand des mit 3500 Mitgliedern größten Sportvereins der Stadt eingebunden. „Denn die TG muss die Lizenz für uns beantragen“, betonte Claude Weber und freute sich über den Rückhalt seitens der Hauptvorstandsvertreter. So wird die Walter-Köbel-Halle auch in Zukunft Bundesligaspiele der Turngemeinde erleben, die bereits seit über 30 Jahren eine feste Größe im deutschen Volleyball ist und in den beiden letzten Heimpartien der Saison gegen die Spitzenteams aus Mendig und Delitzsch Glanzleistungen geboten hat. „Das wäre ein echter Verlust gewesen“, meint Thilo von Hagen, langjähriger TG-Zuspieler und Pressesprecher des Deutschen Volleyball-Verbandes.
In der kommenden Woche können die Verantwortlichen Gespräche mit den Spielern aufnehmen sowie die Trainernachfolge regeln. Denn Claude Weber hat bereits bei seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr deutlich gemacht, nur für eine Saison zur Verfügung stehen zu wollen. „Luis Ferradas ist unser Wunschkandidat“, verriet der scheidende Coach, der weiter im Trägerverein tätig sein wird. Der Argentinier hat die TG-Männer bereits in der Runde 2009/2010 betreut, aber dann aus privaten Gründen eine Pause eingelegt. In der zurückliegenden Saison leitete Ferradas des öfteren das Training bei der TG und hat sich viele Heimspiele angesehen. Weil Verstärkungen angesichts begrenzter finanzieller Mittel nur schwer zu gewinnen sind, will die Turngemeinde weiter auf eigene Talente und die der Region setzen. Claude Weber findet es trotz des kleinen Etats „erstaunlich, dass wir in den zurückliegenden Jahren immer so weit oben in der Liga mitmischen konnten.“ Gerade in der aktuellen Situation hofft er aber auch vor allem auf den Verbleib der erfahrenen Stützen im Team: „Einen ganz großen Umbruch würden wir jetzt nur schwer verkraften.“
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Rüsselsheimer Echo
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