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21.10.2008
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Wie er die Mannschaft geführt hat, wie er immer wieder angefeuert und Stimmung gemacht hat, wie er in wichtigen Phasen konsequent für sichere Punkte im Angriff sorgte, das war schon stark. Tim Wacker, Kapitän von Volleyball-Zweitligist Rhein-Main Volley, zeigte am Samstag beim furiosen Heimsieg über Tabellenführer TV Bühl, was in ihm steckt und wie wertvoll er für sein Team ist.
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„Deswegen haben wir ihn ja auch zum Kapitän gemacht“, sagt sein Mitspieler Peter Wellbrock schmunzelnd, „denn wir wissen, was er kann“. RMV-Trainer Thilo von Hagen freute sich, dass Wacker seine positive Ausstrahlung und seine Souveränität auf die Mannschaft übertragen konnte und in der Spitzenpartie am Samstag zur tragenden Figur wurde. Der Spielführer selbst sah das genauso. Nach dem Abpfiff meinte er freudestrahlend: „Ich glaube, das war das Beste, was ich je gespielt habe.“
Dabei habe ihm besondere Motivation verliehen, dass er auf zwei ehemalige Mitspieler aus Wiesbadener Zeiten traf. Mit den Bühler Akteuren Iliev und Ondelj hat er vor zwei Jahren mit der Eintracht den Erstliga-Aufstieg geschafft – worauf bekanntlich die Fusion mit der TG Rüsselsheim folgte und dafür mit Rhein-Main Volley ein neuer Verein gegründet wurde.
Im Bundesliga-Jahr kam Wacker allerdings nur zu relativ wenigen Spielanteilen, stand nicht in der Stammaufstellung. Umso mehr muss es dem 1,98 Meter großen Außenangreifer gut getan haben, nun gegen den Tabellenführer eine Klasseleistung abgerufen und seine Mannschaft mit dem Sieg im Titelrennen gehalten zu haben.
Auch sein früherer Teamkamerad Iliev zollte dem 28-Jährigen nach dem Schlusspfiff große Anerkennung: „Er war der Beste heute.“ Allerdings traf nicht nur Wacker auf vertraute Gesichter. Auch der junge Jan Dörmer (Jahrgang 1990) war besonders heiß auf Bühl, weil er dort einige bekannte Akteure aus seiner Jugendspielzeit wiedersah. „Da wollte ich unbedingt gewinnen“, meinte der Außenangreifer und gab deshalb nach dem noch nervösen ersten Satz mächtig Gas. Als der Tiebreak dann mit 15:13 an seine Mannschaft gegangen war und der Zwei-Stunden-Krimi ein Happyend gefunden hatte, sei er „richtig glücklich“ gewesen, wie Dörmer lachend gestand.
Dass er gegen den Tabellenführer durchspielen durfte und bereits jetzt voll integriert ist ins Team des Bundesliga-Absteigers, hätte er sich noch vor wenigen Monaten nicht träumen lassen. Als er in den Sommerferien einen Anruf von Rhein-Main-Spielertrainer Thilo von Hagen erhalten hatte, in dem ihm dieser einen Platz in seiner Mannschaft anbot, „war ich schon sehr überrascht“, bekennt Dörmer. Für ihn sei es jedoch keine Frage gewesen, vom Landesliga-Aufsteiger TG Rüsselsheim in die Zweite Bundesliga zu wechseln. „Da ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen.“
Das Vertrauen in ihn hat der 18-Jährige bislang voll zurückgezahlt. Gegen Klassenprimus TV Bühl gehörte er im Außenangriff zu den sicheren Punktelieferanten und erwies sich trotz seines jungen Alters als nervenstark. Zudem machte er gut Stimmung auf dem Feld.
Die gute Leistung von Dörmer war allerdings auch wichtig, da es um die Wechselalternativen weiterhin bescheiden bestellt ist bei Rhein-Main Volley. Peter Wellbrock hofft zwar nach eigener Aussage, seine Patellasehnenreizung am Knie in den nächsten zwei, drei Wochen auskuriert zu haben. Doch ist dies ebenso unsicher wie die Dauer des Ausfalls von Thomas Weigel, der derzeit aus privaten Gründen fehlt.
Daher wollte Trainer Thilo von Hagen gegen Bühl eigentlich Jan Bauer von der TG Rüsselsheim nominieren, allerdings laboriert das Talent an einer Daumenverletzung. Für das nächste Match am Samstag bei TuS Durmersheim hofft der Coach aber auf einen neuen Spieler aus Cölbe. Dann wird womöglich Paul Becker, Deutscher A-Jugend-Beachmeister und wie Bauer mit einem Zweitspielrecht ausgestattet, aushelfen.
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Quelle: Rüsselsheimer Echo
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