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23.12.2010
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An ihm hatten bislang am Untermain alle sehr viel Freude - die meisten gegnerischen Block-, Abwehr- und Annahmespezialisten in der Ersten und Zweiten Volleyball-Bundesliga allerdings eher weniger: Seit nunmehr dreieinhalb Spielzeiten ist der 28 Jahre alte Johann Löwen der eifrigste wie beständigste Punktesammler in den Reihen von Rhein-Main Volley und nun der TG Rüsselsheim.
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Dass der sprunggewaltige Außenangreifer, der neben seinen Schmetterkünsten auch ob seiner wuchtigen Aufschläge gefürchtet ist, trotz seines erstklassigen Potenzials im Rhein-Main-Gebiet offenbar fest verankert ist, davon profitiert nach Christian Metzger und Luis Ferradas nun auch der aktuelle TG-Trainer Klaus-Jürgen Weber. Herr Löwen, Sie sind im Sommer 2007 von der SG Eltmann nach Rüsselsheim gekommen, um auch hier Erste Bundesliga zu spielen. Aktuell sieht es so aus, als sollte die vierte zweitklassige Spielzeit hintereinander auf Sie zukommen. Haben Sie mit Liga eins abgeschlossen? Meine Prioritäten haben sich in den letzten Jahren geändert. Ich habe mich stärker auf mein Studium und meine berufliche Zukunft konzentriert. Mit dem Zeitaufwand, der in der ersten Liga erforderlich ist, wäre das schwer zu vereinbaren gewesen. Der Wechsel aus Unterfranken ins Rhein-Main-Gebiet war bestimmt mit einigen Hoffnungen verbunden. Welche haben sich erfüllt, welche nicht? Natürlich hatte ich die Hoffnung, dass wir uns in der Ersten Liga festsetzen können. Das hat leider nicht geklappt. Trotzdem macht es sehr viel Spaß, hier im Verein aktiv zu sein, weil wir ein Team haben, das zusammenhält und jeder immer sein Bestes gibt. Sie haben fünf Jahre in Eltmann gespielt. Wie kamen Sie aus Biedenkopf ausgerechnet dorthin? Ich hatte gerade meine Berufsausbildung als Feinmechaniker an der Uni Marburg abgeschlossen und habe nach einer neuen sportlichen Herausforderung gesucht. Wann haben Sie mit Volleyball begonnen und was fasziniert Sie besonders an dieser Sportart? Der erste Kontakt mit Volleyball war mit zwölf Jahren in Biedenkopf. Damals wie heute fasziniert mich die Kombination aus Technik, Kraft und Schnelligkeit. Wie hat es die SG Eltmann geschafft, im Gegensatz zur TG Rüsselsheim oder Rhein-Main Volley dauerhaft erstklassig zu bleiben? Grundsätzlich haben es Neulinge sehr schwer, sich in der Ersten Liga zu etablieren. Mit Eltmann haben wir damals sehr viel Glück gehabt und den direkten Wiederabstieg knapp vermeiden können. Danach wurde es einfacher, weil sich die finanziellen Möglichen verbessert hatten. Mit Rhein-Main Volley hatten wir dagegen sehr viel Pech. So hat sich etwa unser Zuspieler schwer verletzt und ist drei Viertel der Saison ausgefallen. Letztendlich haben uns aber nur zwei Siege für den Klassenverbleib gefehlt. In Ihrer ersten Saison am Untermain sind Sie als absoluter Leistungsträger in die Südauswahl berufen worden, die zum ersten All-Star-Duell gegen die „Nordlichter“ angetreten ist. Hat es am Ende der Runde oder danach keine Angebote anderer Klubs gegeben oder warum sind Sie geblieben? Sicher gab es Angebote, auch von prominenten Vereinen aus der ersten Liga. Allerdings fühle ich mich hier sehr wohl, sowohl privat als auch sportlich. Daher kam ein Wechsel für mich nicht in Frage. Sie basteln im Technischen Entwicklungszentrum der Adam Opel AG gerade an Ihrer Bachelorarbeit. Was genau verbirgt sich dahinter und was kann man nach erfolgreichem Abschluss damit beruflich anfangen? Ich schreibe meine Abschlussarbeit in der Abteilung Fahrzeug-Simulation. Mit Hilfe von Computerprogrammen untersuche ich dort einzelne Fahrzeugkomponenten und versuche, diese weiterzuentwickeln. Nach meinem Abschluss möchte ich gerne als Ingenieur in der Fahrzeugentwicklung arbeiten. Sie wohnen seit dreieinhalb Jahren in Bauschheim. Könnten Sie sich vorstellen, hier richtig Wurzeln zu schlagen und auch Ihre sportliche Laufbahn ausklingen zu lassen? Das kann ich mir sehr gut vorstellen, da ich mich hier sehr wohl fühle. Natürlich kommt es auch darauf an, wie es mit meiner beruflichen Zukunft weitergeht und ob sich in der Region eine interessante Stelle auftut. Die TG Rüsselsheim belegt nach der Hinrunde mit 16:10 Punkten einen Mittelplatz in der zweiten Liga Süd. Hatten Sie sich mehr erhofft und was ist in dieser Runde noch möglich? Das Mittelfeld der Liga liegt aktuell sehr dicht beieinander: Wir haben vier Punkte Rückstand auf den zweiten Tabellenrang und nur zwei Punkte auf den dritten Platz. Für unsere dünne Personaldecke und das Verletzungspech, das uns auch dieses Jahr nicht verschont hat, ist das ein überragendes Ergebnis. Wenn unsere Verletzten zurückkommen und alle gesund bleiben, ist ein vorderer Tabellenplatz wie auch in den letzten beiden Spielzeiten drin. Glauben Sie, dass Sie mit der TG irgendwann noch einmal in der ersten Klasse aufschlagen werden? Ich denke, dass der Verein mit den Strukturen, die derzeit aufgebaut werden, das Potenzial hat, in der ersten Liga mitzumischen. Für mich persönlich ist die erste Liga aktuell kein Thema mehr. Aber - man soll ja nie nie sagen.
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Quelle: Main-Spitze
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