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09.11.2009
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Es waren gerade drei Punkte im vierten Satz gespielt und Rhein-Main Volley hatte ebenso oft gepunktet, da hatte die TuS Kriftel in der Zweiten Volleyball-Bundesliga das Hessenderby bereits verloren. Auch mit einer Auszeit konnte Trainer Klaus Hermann sein Team nicht in die Erfolgsspur zurückholen.
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In ihrer Körpersprache drückte die Krifteler Mannschaft aus, dass sie entnervt das Spiel abschenken würde. Vom verlorenen dritten Satz - nach langer Führung mit zwei Satzbällen - erholte sie sich nicht. "Das bekommt man nicht so schnell aus den Köpfen", sagte Hermann. Vor 300 Zuschauern siegte RMV mit 3:1 (25:22, 21:25, 26:24, 25:19) in 103 Minuten.
In der Rüsselsheimer Walter-Köbel-Halle hatten sich eigentlich zwei gleichwertige Teams gegenübergestanden. "Wir waren im zweiten und dritten Satz die klar bessere Mannschaft, haben dann aber den dritten Satz verschenkt", haderte Hermann. Aber nicht nur mit seiner Mannschaft, sondern auch mit den Unparteiischen. "Zwei, drei Punkte habe ich auch anders gesehen", räumte selbst Tim Wacker als Mannschaftsführer des Gegners ein. Naturgemäß lobte der nach einem Jochbeinbruch über die gesamte Spielzeit spielende Diagonalangreifer vor allem die Stärke des eigenen Teams im Schlüsseldurchgang: "Wir haben immer weitergekämpft und versucht, den Satz zu drehen." Hier sah auch Luis Ferradas als Trainer der Heimmannschaft die Stärke seines Teams: "Der dritte Satz zeigte unseren Glauben und unsere Geduld. Ein Spiel besteht nicht nur aus Technik, sondern auch aus mentaler und emotionaler Stärke."
Nun wäre es falsch zu behaupten, Kriftel sei an seinen Nerven gescheitert. Im ersten Satz hatte sich das Team sehr wohl im Griff, als es nach einem Fehlstart gut zurückfand. Rhein-Main Volley hatte bereits mit 5:0 und 9:2 geführt, aber Kriftel kämpfte sich wieder bis auf zwei Punkte heran. RMV-Trainer Ferradas lobte denn auch: "Sie haben sehr schön gekämpft."
Doch im Offensivspiel ist der Tabellenzehnte leicht auszurechnen, ruht doch die Last fast nur auf Außenangreifer Anton Borger. "Ich habe lieber eine Mannschaft als einen phantastischen Anton", sagt Ferradas, der erstmals seinen kompletten Kader auflaufen lassen konnte. "Ich habe in zwei Monaten bisher keine Mannschaft gebaut, sondern nur auf Schwierigkeiten reagiert. Jetzt können wir endlich zusammen arbeiten", verspricht er für den Tabellenvierten noch Steigerung.
Hermann hat einen größeren Kader, aber viele Nachwuchsspieler. "Wir haben insgesamt wenig Wechselmöglichkeiten", nennt der Krifteler das wesentliche Problem des Teams. Dennoch war nach der Niederlage Optimismus angesagt: "Wir haben uns als Mannschaft stabilisiert und können gegen die Topteams mithalten. Wir werden unsere Punkte machen." Dass sich die TuS aber in schwierigen Zeiten befindet, ist ihm bewusst: "Wir wollen nicht wie Rhein-Main Volley aufsteigen, sondern die Klasse halten", sagt Hermann. "Zwischen Platz sechs und zwölf ist alles möglich."
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Quelle: Frankfurter Rundschau
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