|
25.02.2008
|
|
Der Frust war groß. Nicht nur, dass aus dem erhofften Sieg am viertletzten Spieltag bei Abstiegskonkurrent Netzhoppers Königs Wusterhausen nichts wurde und eine 0:3 (17:25, 26:28, 19:25)-Niederlage ohne Satzgewinn zu Buche stand. Noch dazu hat Volleyball-Bundesligist Rhein-Main Volley, in dieser Saison schon arg gebeutelt vom Verletzungspech, Ralph Nothhaft verloren.
|
Der Mittelblocker, der einen guten Tag erwischt hatte, knickte zu Beginn des dritten Durchgangs um, als er einem übertretenden Gegenspieler auf den Fuß gesprungen war. Gleich nach Spielande wurde Nothhaft in einem brandenburgischen Krankenhaus behandelt. Die erste Diagnose, so erklärte Spielertrainer Thilo von Hagen, der den 22-Jährigen begleitete, weist auf eine Verletzung des Mittelfußknochens hin.
Da mit Nothhaft und Andreas Kolle nur zwei etatmäßige Mittelblocker zur Verfügung stehen, gibt es an den restlichen drei Spieltagen ein Problem. Am ehesten können Jason Octave oder Tim Wacker die Position übernehmen. Womöglich, so verriet Thilo von Hagen, werde auch ein Spieler der SG Rodheim, die für Rhein-Main als zweite Mannschaft in der Zweiten Bundesliga startet, gefragt, ob er einspringen könne.
Als Nothhaft ausgeschieden war gegen Wusterhausen, kam Tim Wacker für ihn aufs Feld – Octave war ja bereits auf der Diagonalposition eingesetzt. Die Gäste bewiesen Kampfgeist, doch war es nur eine Frage der Zeit, bis die Netzhoppers vor mehr als 600 Zuschauern Satz und Sieg unter Dach und Fach brachten.
Entscheidend war der zweite Durchgang. Hier hatte der Tabellenvorletzte aus Hessen mit drei, vier Punkten geführt. „Aber dann hatten wir Schwierigkeiten, die Konzentration hoch zu halten“, bedauerte Trainer Christian Metzger. Am Ende ging es eng zu, doch konnte sich sein Team keinen Satzball erarbeiten und hatte mit 26:28 knapp das Nachsehen.
„Dabei haben wir auch im ersten Satz gut mitgehalten“, fand Mittelblocker Andreas Kolle, „aber dann sind wir eingebrochen – ich weiß auch nicht wieso“. Nach nur 20 Minuten war der Durchgang mit 17:25 verloren.
Dass dann im zweiten der Vorsprung nicht verteidigt werden konnte, lag in den Augen von Thilo von Hagen vor allem daran, „dass wir wieder schwach gegen Flatteraufschläge des Gegners angenommen haben und auch undiszipliniert im Block waren“.
Jetzt wird das Eis ganz dünn für Rhein-Main Volley. Die Netzhoppers sind schon sechs Punkte weg, haben sich auf den viertletzten Platz geschoben. Drittletzter vor Rhein-Main Volley ist nun der SV Bayer Wuppertal, der in Düren ebenfalls mit 0:3 unterlag und vier Zählern vor RMV liegt.
„Ich habe das noch nie erlebt“, meinte Christian Metzger. Solch eine Verletzungsmisere wie in dieser Saison mit Rhein-Main Volley sei ihm in seiner langen Laufbahn noch nicht widerfahren. In welcher Besetzung er nun mit seiner Mannschaft am Mittwoch um 20 Uhr in der Rüsselsheimer Köbel-Halle im vorletzten Heimspiel gegen Generali Haching antreten wird, wusste Metzger noch nicht.
Sicher ist, dass neben Nothhaft auch Christian Günther ausfällt. Der Außenangreifer musste sich ganz kurzfristig einer Blinddarmoperation unterziehen und fehlte bereits in Wusterhausen.
|
|
Quelle: Rüsselsheimer Echo
|