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Wilmas wilde Worte

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Nichts fürs Satzverhältnis getan

04.02.2008
Neuer Status, alte Erfahrungen: Nach der feierlichen Erhebung in den Beamtenstand hoffte Christian Metzger vergebens darauf, dass auch seine Mannschaft über ihren Schatten springen und einem nationalen Spitzenteam zumindest einen Zacken aus der Krone brechen könnte. Rhein-Main Volley, seines Zeichens Tabellenvorletzter der Bundesliga, hielt beim Moerser SC exakt 64 Minuten stand, ehe die neunte 0:3 (22:25, 20:25, 16:25)-Saisonpleite beschlossene Sache war.

Trotz der letztlich einseitigen Angelegenheit war der angehende Lehrer und Coach des heimischen Neulings so unzufrieden nicht. "In den ersten beiden Sätzen waren wir recht lange dran und einem Satzgewinn viel näher, als zuletzt gegen Friedrichshafen. Dann kamen ein, zwei strittige Schiedsrichterentscheidungen oder Moers hat auf einmal aufgedreht", so Metzger. Dass die Gastgeber selbst bei optimaler Leistung und einer Verkettung glücklicher Ereignisse eine Nummer zu groß für "RMV" gewesen wären, steht für Metzger indes außer Frage: "Wir haben zwar gut verteidigt und viele Bälle abgewehrt, aber die sind klar besser als wir. Und ich bin überzeugt, dass Moers das einzige Team ist, das Friedrichshafen schlagen kann."

Dass die Rheinländer den weiterhin unbesiegten Spitzenreiter in Bedrängnis bringen können, haben sie Anfang Dezember beim hauchdünnen 2:3 vor eigenem Publikum bewiesen. An diese Leistung kam der MSC am Fastnachts-Samstag nicht heran. Einmal, weil dies gegen die Hessen nicht von Nöten war, zum anderen, weil ihr Superstar zunächst nicht auf dem Feld stand. Aufgrund einer Blessur am Schienbein schonte der Moerser Trainer Georg Grozer seinen gleichnamigen Filius, beorderte diesen in der Endphase des ersten Satzes dann aber doch auf die an- gestammte Diagonalposition. Zum 19:19 hatten die Gäste ausgeglichen, obwohl deren wertvoller "Diagonaler", Jason Octave, wegen einer starken Grippe früh vom Feld genommen werden musste. Bald darauf stand es 22:19 und wenig später war der Satz weg.

Nahm der zweite Durchgang einen ähnlichen Verlauf - bis zum 21:20 durfte der Außenseiter hoffen, da vor allem Ralph Nothhaft in der Mitte und Mark Posthuma gut dagegen hielten -, ging im dritten Abschnitt nach dem 5:5-Zwischenstand alles ganz schnell. "Da war die Luft raus", so das Fazit des "RMV"-Trainers. Speziell Guido Görtzen, 1996 in Atlanta mit den Niederlanden Olympiasieger, ließ seine Klasse immer wieder aufblitzen. "Er hat keinen Fehler gemacht", lobte Metzger den 37-jährigen Außenangreifer, der 430 Mal das Trikot der "Oranjes" übergestreift hat.

Obwohl weitere sieben Mitglieder des MSC-Kaders für ihr Land gespielt haben, hätte sich der Schwabe Metzger - den Kräfteverhältnissen zum Trotz - gewünscht, dass seine Mannschaft versucht hätte, der ihm und seinen Landsleuten nachgesagten Strebsam- wie Sparsamkeit nachzueifern. "Es muss unbedingt in die Köpfe aller rein, dass es entscheidend ist, solche Spiele nicht vorzeitig als aussichtslos abzuhaken, sondern alles versucht wird, wenigstens mal einen Satz mitzunehmen. Denn in der Endabrechung könnte es genau darauf ankommen", sagt Metzger. Derzeit steht der realistisch betrachtet einzig erreichbare "RMV"-Konkurrent im Abstiegskampf, VC Bad Dür-renberg-Spergau, zwei Punkte und 13 Sätze besser da...
Quelle: Main-Spitze
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