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09.11.2009
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Im dritten Satz fiel die Entscheidung. Für Rhein-Main Volley sah es da nicht gut aus. Nur ein einziges Mal bei 13:12 lag die Mannschaft vorn. Sonst führte immer die TuS Kriftel. Doch nachdem diese in der Schlussphase zwei Satzbälle nicht nutzen konnte, gelang dem Team um Trainer Luis Ferradas mit zwei entscheidenden Angriffsaktionen von Tim Wacker noch die Wende zum 26:24-Gewinn.
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Im vierten Durchgang hatten die Gastgeber dann nicht mehr viel Mühe und entschieden das prestigeträchtige Regionalderby der Zweiten Bundesliga Süd mit 3:1 (25:22, 21:25, 26:24, 25:18) nach zwei Stunden für sich. Während Rhein-Main Volley bei erst zwei Niederlagen in acht Spielen weiter zur Spitzengruppe zählt, bleibt Kriftel in der abstiegsgefährdeten Tabellenzone.
Erstmals in dieser Saison stand Ferradas der komplette Kader zur Verfügung. Nach überstandenem Jochbeinbruch ging Kapitän Wacker von Beginn an ans Netz und kam im Laufe der Partie immer besser in Form.
Außenangreifer Jonathan Scott war seine Fußverletzung von der zurückliegenden Partie gegen Friedberg nicht mehr anzumerken. Zuspieler Johannes Gruppe hatte seine Grippe auskuriert und stand diesmal in der Anfangsaufstellung. Libero Peter Wellbrock konnte trotz Antibiotikabehandlung die Annahme übernehmen, wenngleich er sich nach eigenen Worten noch „etwas schlapp“ fühlte.
Vor rund 400 Zuschauern in der für Volleyballverhältnisse diesmal gut besuchten Rüsselsheimer Walter-Köbel-Halle, in der die „Bembeljeescher“, die Guggemusiker des Rüsselsheimer Carneval-Vereins, neben den Cheerleaders für besondere Derbystimmung sorgten, erwischte der Favorit den besseren Start. Keine fünf Minuten waren gespielt, da lag er schon mit 8:2 vorn.
Es sollte dann aber noch 20 Minuten dauern, ehe der erste Abschnitt über 12:9, 17:14, 20:14, 23:18 und 23:21 mit 25:22 an das Rhein-Main-Team ging. Die verjüngte Mannschaft der TuS Kriftel, mit den ehemaligen Rhein-Main-Volley- und TG Rüsselsheim-Spielern Anton Borger, Christian Hesse und Ralph Nothhaft am Start, wurde im Laufe des Satzes stärker und begann sich immer mehr auf Augenhöhe mit den Gastgebern zu bewegen.
Im zweiten Durchgang geriet die Formation um Mittelblocker Andreas Kolle, der vor Saisonbeginn aus Kriftel zu Rhein-Main Volley zurückgekehrt war, allerdings ab 5:5 in Rückstand und blieb es auch bis zum Schluss (7:11, 11:14, 11:17, 13:19, 16:19, 19:21, 21:23, 21:25). Vor allem gegen Anton Borger, den durchschlagkräftigsten Außenangreifer von Kriftel, fand das Ferradas-Team kein Mittel. Dann der kuriose dritte Satz. Hier führten die Hausherren außer bei 13:12 kein einziges Mal, lagen aber maximal drei Punkte hinten (9:12, 18:21, 19:22) und hatten des öfteren ausgeglichen, letztmals zum 17:17.
Als Wacker in der spannenden Schlussphase einen Aufschlag ins Netz zum 22:24 setzte, kam Kriftel zu zwei Satzbällen. Doch Borger verschlug im Angriff, und Wacker punktete zweimal von der Diagonalposition.
Damit stand es 25:24. Satzball für die Gastgeber. Daraufhin kam TuS-Mittelblocker Ralph Nothhaft zum Schnellangriff und versenkte ihn auch. Aber der Schiedsrichter sah den Ball knapp im Aus. So hatte Kriftel unter großem Protest mit 24:26 das Nachsehen.
„Hätten wir den dritten Satz gewonnen, hätten wir auch das Spiel gewonnen. Da bin ich mir sicher”, meinte TuS-Trainer Klaus Hermann, früher langjähriger Zweitligaspieler bei der TG Rüsselsheim, und machte an einer Reihe von Eigenfehlern die Ursache der verlorenen spielentscheidenden Phase fest. Rhein-Main Volley nahm die Geschenke dankend an, hatte sich allerdings auch nicht aufgegeben und feierte am Ende mit einem Tänzchen ausgelassen den glücklichen Sieg.
Luis Ferradas bescheinigte seiner Mannschaft eine gute und vor allem „solide Leistung“. Ein Kompliment richtete er an beide Zuspieler, Johannes Gruppe und den im zweiten Satz eingewechselten Sören Schneider, die beide „ruhig geblieben“ seien und einen guten Eindruck hinterließen.
Ferradas, der in den neunziger Jahren Trainer in Kriftel war, die Turn- und Sportgemeinde in die Erste Liga geführt hatte und sich mit ihr dort vier Jahre hielt, sah das Regionalderby für die Zweite Liga auf einem sehr guten Niveau stehen: „Kriftel hat gut gespielt.“
Nun hofft der Trainer, endlich kontinuierlich mit seinem ganzen Kader arbeiten zu können und Fortschritte in der Entwicklung zu machen. Angesichts der zahlreichen Ausfälle seit Saisonbeginn ist er mehr als zufrieden über das bisher Erreichte: „Wir haben jetzt sechs Siege in acht Spielen geholt. Das ist hervorragend.“
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Quelle: Rüsselsheimer Echo
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