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28.07.2009
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Was sich schon lange andeutete, ist nun amtlich: Luis Ferradas übernimmt in der kommenden Saison als Trainer die Verantwortung bei Volleyball-Zweitligist Rhein-Main Volley. Mit dem 54-jährigen Argentinier hat der ehemalige Erstligist einen großen Namen der Szene verpflichtet.
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Und dazu einen ganz bekannten in der Rhein-Main-Region.
Zu Beginn der neunziger Jahre hatte Ferradas die Männer der TG Rüsselsheim in der Zweiten Liga betreut und mit ihnen die Aufstiegsrelegation erreicht. Zuvor saß er sechs Jahre lang beim TuS Kriftel in der Ersten und Zweiten Bundesliga auf der Trainerbank.
Der frühere argentinische Nationalspieler (144 Länderspiele), der in seiner Heimat neun Jahre Erstligatrainer und drei Jahre Coach der Junioren-Nationalmannschaft war und nach seiner Zeit in Rüsselsheim die Männer von Rekordmeister VfB Friedrichshafen übernommen hatte, feierte zuletzt Erfolge mit den Frauen des VC Wiesbaden. Aus der Regionalliga führte er sie bis auf Platz vier der Ersten Bundesliga und ins Pokal-Halbfinale.
Nach fast einer Dekade beim VCW gönnte sich Ferradas in der vergangenen Saison eine Pause als Trainer. Untätig aber war er nicht, stand dem Zweitligateam von Rhein-Main Volley beratend zur Seite und entschloss sich nun, dort einen Vertrag zu unterschreiben. Zur Freude des Rhein-Main-Vorsitzenden Thilo von Hagen, der sich den in Kriftel wohnenden Südamerikaner als Nachfolger sehr gewünscht hatte, zumal er nicht noch eine weitere Saison als Spielertrainer dranhängen wollte.
Wie Manager Jan Wüntscher erklärte, habe die Einigung mit dem Argentinier die Kaderplanung für die kommende Saison erheblich erleichtert. Erstes Ziel sei es dabei gewesen, den Stamm zusammen zu halten, der in der vergangenen Spielrunde trotz eines weitgehenden personellen Umbruchs auf Anhieb den dritten Tabellenplatz erreichte. Kapitän Tim Wacker, die Außenangreifer Johann Löwen und Jan Dörmer, Libero Peter Wellbrock sowie die Mittelblocker Jakub Strzelczyk und Jörn Freiwald haben nach Aussage von Jan Wüntscher ihre Zusage gegeben. Hinzu würden drei Neuzugänge kommen, darunter zwei Zuspieler, die in spätestens zwei Wochen vorgestellt werden sollen.
Gerüchte, dass Christian Günther unter den Neuen ist, konnte der Manager nicht bestätigen. Der zwei Meter große Außenangreifer, nach seinem einjährigen Erstliga-Gastspiel in Unterhaching wieder im Rhein-Main-Gebiet angekommen, werde vorerst nicht zu Rhein-Main Volley zurückkehren, da er sich ein Jahr intensiv seinem Studium widmen wolle.
„Zehn bis zwölf Spieler soll der Kader umfassen“, erklärt Wüntscher. Damit stünden mehr Wechsel-Alternativen als in der zurückliegenden Spielrunde zur Verfügung. „Wir haben wieder eine sehr starke Mannschaft“, ist der Manager sicher und freut sich, die Personalplanung früher als sonst geregelt zu haben. Dies sieht auch Thilo von Hagen sehr positiv: „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in den letzten Jahren bereits Anfang Juli schon fast das komplette Team zusammen hatten.“
Nach den Worten von Jan Wüntscher lautet das Ziel für die Mitte September beginnende Saison „natürlich wieder vorne mitspielen zu wollen“. Allerdings sei die Konkurrenz stark, „und von unserem Etat her befinden wir uns in der Zweiten Liga im Mittelfeld bis hinteren Mittelfeld“.
Weitere namhafte Neuzugänge halte er daher für kaum möglich. Aus Kostengründen habe sich sein Verein auch gegen eine Verlängerung des Engagements von Sam Bragg entschieden.
Der aus England kommende Zuspieler zog gegenüber den beiden neuen Passgebern, die aus der Region stammen, den Kürzeren. Luis Ferradas verkündete in einer ersten Stellungnahme, nicht den kurzfristigen Erfolg zu suchen: „Mit talentierten Spielern zu arbeiten und sie zu Spitzenleistungen zu führen, darin sehe ich meine Aufgabe.“
Wie stark seine künftige Formation ist, wird sich erstmals am 13. September (Sonntag) zeigen. Dann eröffnet der Zweitligist um 16 Uhr vor eigenem Publikum in der Rüsselsheimer Walter-Köbel-Halle gegen den VC Eintracht Mendig die Saison.
Einen Höhepunkt der Hinrunde dürfte am 10. Oktober der Besuch von Bundesliga-Absteiger Leipzig bilden. Das erste Hessenderby gegen TuS Kriftel steigt am 7. November in Rüsselsheim.
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Quelle: Rüsselsheimer Echo
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