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13.10.2008
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Etwa 300 Zuschauer bekamen im Hessenderby der Zweiten Volleyball-Bundesliga Süd zwischen der TuS Kriftel und Rhein-Main Volley (RMV) reichlich geboten. Es waren zwei Stunden in der Turnhalle der Weingartenschule absolviert, da ging es in einen fünften Entscheidungssatz, der weitere 18 Minuten dauerte.
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Dann erst stand der 3:2 (25:14, 33:31, 23:25, 24:26, 16:14)-Sieg des Tabellenzweiten Kriftel fest. Ein glücklicher Sieg, wie Co-Trainer Volker Braun zugab, der den wegen eines Todesfalles in der Familie fehlenden Trainer Klaus Hermann vertrat: "Wenn Johann Löwen den Angriff beim Matchball für Rhein-Main Volley beim Stand von 13:14 nicht zehn Zentimeter neben die Linie gesetzt hätte, hätte der Sieger anders geheißen." So war es dem letzten Krifteler Aufschläger Anton Borger vorbehalten, das Wimpernschlagfinish zu entscheiden. Der Außenangreifer fand bei seiner Angabe genau die Lücke zwischen den RMV-Spielern Löwen und Carlo Wiese. Als der Ball zwischen beiden auf den Boden prallte, schauten sich die Rückraumspieler nur entsetzt an.
Zunächst hatte es nach einer klaren Angelegenheit für das Heimteam ausgesehen. Der Tabellenzweite dominierte gegen den Vierten den ersten Satz nach Belieben. Im zweiten Satz kam es dann zu einem 33 Minuten andauernden Thriller, weil Kriftel erst den siebten Satzball nutzte. Doch war die 2:0 Führung dazu angetan, nun einen schnellen dritten Satz zum Heimsieg zu erwarten. Das Gegenteil war der Fall.
Jede Mannschaft sah den Grund für die launenhafte Fortuna, die sich nun RMV zuneigte, bei sich selbst. "Wir haben zunächst ganz locker und befreit aufgespielt. Dann wollten alle nur noch den Sack zumachen", sagte der Krifteler Mannschaftsführer Christopher Schieck.
Auf der anderen Seite überlegte sich Thilo von Hagen, wie das Spiel verlaufen wäre, hätte er zu Beginn eine andere Entscheidung getroffen. Da in Tommy Weigel ein Außenangreifer unbefristet "eine persönliche Auszeit braucht", wie der Trainer erklärte, reiste RMV nur mit acht Spielern an. Darunter Peter Wellbrock, wegen Knieproblemen gehandicapt. Der eigentlich auf Außen angreifende Wellbrock, der nicht springen konnte, mühte sich im Rückraum als Libero. Vom dritten Satz an ging das nicht mehr. Wiese kehrte nun von Außen auf die Libero-Position zurück, wo er sich fortan wie eine Wühlmaus unter jeden Ball grub und das Spielgerät immer wieder spektakulär in der Partie hielt.
"Wir sind jede Woche stolz, wie wir uns reinkämpfen", sagte Wiese, der sich angesichts des Kaders aber Sorgen macht, wie die Mannschaft die Anstrengungen auf Dauer verkraftet. "Am Anfang der Saison geht das noch. Mal sehen, wie es am Ende aussieht." Von Hagen sieht das unangespannt: "Unser Ex-Bundestrainer hat immer gesagt, Volleyballer sind keine Fußballspieler, die können das." Sorgen muss er sich dennoch machen, wirkte etwa am Ende Mittelblocker Jakub Strzelczyk wegen Achillessehnenproblemen flügellahm. Ein weiterer Ausfall droht.
Solche Sorgen kennen die Krifteler nicht. Auf ihrem Spielberichtsbogen standen 13 Namen. Nicht zuletzt hatte sich die TuS im Vorjahr beim Erstligaabsteiger RMV bedient, als sie Ralph Nothhaft und Andreas Kolle abwarb.
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Quelle: Frankfurter Rundschau
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