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10.11.2009
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Tim Wacker machte einen müden, aber glücklichen Eindruck. Erstmals in dieser Saison hat der Kapitän von Rhein-Main Volley nach seiner langen Verletzungspause wegen eines Jochbeinbruchs durchgespielt. Viel Kraft haben ihn die vier Sätze beim zweistündigen 3:1-Zweitliga-Derbysieg gegen TuS Kriftel gekostet. „Mit Sicherheit habe ich morgen Muskelkater“, meinte der 31 Jahre alte Routinier.
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Der Außenangreifer hat einiges nachzuholen an Kondition. Zumal er in den vergangenen zwei Wochen nicht mittrainierte, da er mit seiner Frau die Flitterwochen nachholte. Aber Tim Wacker hat in der umkämpften Schlussphase des dritten Satzes, als seine Mannschaft schon mit 22:24 hinten lag, die entscheidenden Punkte zum 26:24-Gewinn beigesteuert. Er fasste es so zusammen: „Am Anfang war ich noch nicht zufrieden mit mir. Doch das war ja auch nicht anders zu erwarten. Aber im Laufe des Spiels wurde es besser. Und im vierten Satz war auch wieder das Selbstvertrauen da.“
Trainer Luis Ferradas wusste, dass sein Leistungsträger an die Grenzen kam, „aber ich habe ihn im Spiel gelassen. Er ist unser Kapitän.“ Allein von seiner Körpersprache her, mit seiner mitreißenden Art, wie er sich über jeden Punkt freut, war Wacker wichtig.
Dabei sahen sich die Gäste aus Kriftel nicht weit vom Sieg entfernt. „Im zweiten und dritten Satz waren wir die bessere Mannschaft“, fand Trainer Klaus Hermann. Nur durch eigene dumme Fehler habe sein Team den dritten Abschnitt aus der Hand gegeben und damit den dritten Saisonerfolg verschenkt. Doch mochte der frühere Zweitligaspieler der TG Rüsselsheim mit seiner verjüngten Mannschaft nicht hadern: „Mit dem Niveau, das wir gezeigt haben, bin ich zufrieden.“
Können die TuS-Spieler dieses halten, sollten sie auch den Klassenerhalt schaffen. „Aber zwischen Platz sechs und zwölf ist die Liga sehr ausgeglichen“, gibt Hermann zu bedenken und sieht einer schweren Saison entgegen. Schließlich haben sechs gestandene Spieler das Team verlassen.
Neben Andreas Kolle, der zu Rhein-Main Volley zurückkehrte, ist auch Frank Bachmann nicht mehr dabei. Der Erstliga-erfahrene, frühere Rhein-Main-Volley- und TG Rüsselsheim-Spieler konzentriert sich nun auf seine Aufgabe als Frauentrainer in Kriftel, worin er erfolgreich ist. Zwei weitere Volleyballer haben ihre Laufbahn beendet, zwei wechselten in die zweite Mannschaft. „Wir sind deshalb froh, wenn wir die Klasse halten“, sagte Reinhard Schleuning in der Rüsselsheimer Köbel-Halle, als er unter den rund 400 Zuschauern saß.
Der Sportliche Leiter und Zweitmannschaftstrainer der TuS hielt die Verjüngung des Zweitligateams mit eigenen Nachwuchskräften für dringend geboten: „Schließlich machen wir gute Jugendarbeit und sind hier seit Jahren sehr erfolgreich.“
Das Durchschnittsalter der ersten Mannschaft beträgt gerade mal 21 Jahre. Trainer Klaus Hermann: „Gegen Dachau haben wir teilweise mit sechs reinen Kriftelern auf dem Feld gestanden.“
Die Identifikation mit dem Verein ist dadurch hoch bei den Spielern. So hofft die TuS, einer großen Fluktuation wie in den vergangenen Jahren zu entgehen und die Zweite Liga zu halten. Tim Wacker ist zuversichtlich: „Kriftel bleibt drin, da bin ich sicher. Die haben ja eine starke erste Sechs.“
Was auch deutlich zu sehen war. „Wir haben auf Augenhöhe gespielt“, meinte Rhein-Main-Libero Peter Wellbrock. In den Augen von Mittelblocker Andreas Kolle hätte es allerdings nicht eng werden müssen nach dem gewonnenen ersten Satz: „Wir haben gut begonnen. Aber dann haben wir vom Kopf her etwas abgeschaltet.“ Doch in der Schlussphase des dritten Durchgangs war seiner Mannschaft die Wende geglückt. So konnte sich Kolle, der im Polizeidienst tätig ist, mit einem Sieg in die Nachtschicht verabschieden und bleibt mit RMV Spitzenreiter VC Gotha mit zwei Punkten Rückstand auf den Fersen.
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Quelle: Rüsselsheimer Echo
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