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09.02.2009
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Die Volleyballer von Rhein-Main Volley (RMV) haben auch das zweite Hessenderby in der Zweiten Bundesliga Süd gegen die TuS Kriftel verloren. Wie im Hinspiel unterlag RMV auch in der eigenen Walter-Köbel-Halle in Rüsselsheim nach dramatischen fünf Sätzen mit 2:3 (19:25, 25:18, 25:21, 22: 25, 13:15).
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"Ich hatte eigentlich ausgegeben, in diesem Jahr keine zwei Spiele gegen den gleichen Gegner zu verlieren. Jetzt passiert es ausgerechnet gegen Kriftel", ärgerte sich RMV-Trainer Thilo von Hagen. Verzweifelt gestikulierend, kopfschüttelnd, schimpfend, motivierend, lobend und immer in Bewegung hatte der Trainer am Spielfeldrand die Niederlage zu verhindern gesucht. Ganz im Gegenteil zu seinem Krifteler Kollegen Klaus Hermann, der sonst gerne das Rumpelstilzchen an der Seitenlinie gibt. Dieses Mal gab sich Hermann nur im ersten Satz "aggressiv, dann habe ich gedacht, ich bleibe sitzen und rege mich wenigstens nicht auf", sagte er. Grund dazu hätte er reichlich gehabt, denn Kriftel spielte lange Zeit wirklich schlecht. Die TuS-Spieler waren in den Sätzen zwei und drei passiv, lagen auch im vierten Satz schon mit 4:8 und 6:10 zurück. Nichts deutete darauf hin, dass die Auswärtsmannschaft in Rüsselsheim noch gewinnen würde. Gute Unterhaltung sieht anders aus. "Wir waren doch schon mausetot", bemerkte folgerichtig Hermann.
Doch wie schon im ersten Satz unterstützte RMV den Gegner durch viele eigene Fehler. Die Verärgerungsschreie von Hagens wurden immer lauter. Doch helfen taten sie nicht. Schließlich hielt es auch wieder Hermann nicht mehr still auf seiner Bank aus. Zum Satzball im vierten Abschnitt stand er auf und wunderte sich mit den Zuschauern, dass es nach dem lange Zeit einseitigen Spielverlauf nun plötzlich doch wieder in einen Tie-Break ging.
Dass es Johann "Joey" Löwen war, der den Matchball als Aufschläger ins Netz beförderte, war symptomatisch für die Partie. "Einer der besten Spieler der Liga", findet nicht nur von Hagen. Mit seiner "Kampfschweinmentalität", wie es Kollege Carlo Wiese nennt, kann Löwen ein Spiel fast alleine entscheiden. Doch erwischt der Außenangreifer nicht seinen besten Tag, so wie am Sonntag gegen Kriftel, dann wird es für Rhein-Main Volley sehr schwer. "Der bekommt 80 Prozent aller Angriffsbälle. Auf Johann lastet ein ungeheuerer Druck", bestätigt Hermann, der sich im Stillen gefreut haben dürfte, dass Löwen im Hessenderby manchen Angriffsschlag und einen Aufschlag nach dem anderen versemmelte. Der 26 Jahre alte Außenangreifer versuchte im fünften Satz sogar, den Ball vor einem Aufschlag mit einem Kuss zu bestechen - die so gefürchtete Aufschlagswucht blieb dennoch aus. Der Ball landete wie schon mehrmals zuvor wieder nicht im gegnerischen Feld.
Wäre das beim Spielstand von 13:14 im Tie-Break anders gewesen und hätte Löwen mit dem Aufschlag den zweiten Matchball abgewehrt, hätte das nach diesem unglücklichen Verlauf fast schon an ein Wunder gegrenzt. Der Ball landete stattdessen im Netz. Doch gab es diese kleinen Wunder eben im Spiel auch. Beispielsweise als kurz zuvor der "einzige erfolgreiche Block von Christian Hesse gegen Löwen saß", wie Hermann zufrieden feststellte. Oder aber als Anton Borger bei Kriftel in der entscheidenden Phase zu seiner gewohnten Stärke fand. Borger ist es, auf dessen Angriffsstärke sich Kriftel in der Regel verlässt, doch hatte ihn RMV bis zum fünften Satz gut im Griff. Dann drehte er wieder auf.
Mit fünf Siegen in Folge nähert sich Kriftel jetzt wieder der Tabellenspitze, liegt mit zwei Punkten Rückstand auf den zweiten Platz auf Rang vier. Am Samstag muss in eigner Halle aber ein Sieg gegen den Tabellenfünften aus Freiburg folgen, will Kriftel weiter ernsthaft vorne mitreden. Der Tabellensiebte Rhein-Main Volley muss am gleichen Tag gegen Spitzenreiter Bühl antreten. "Aber das ist auch keine Übermannschaft. Im Hinspiel haben wir sie geschlagen", sagte von Hagen.
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Quelle: Frankfurter Rundschau
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