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17.12.2007
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War es das schon? Nüchtern betrachtet muss Rhein-Main Volley nach der extrem deprimierenden 1:3 (25:21, 18:25, 23:25, 22:25)-Niederlage gegen die Hamburg Cowboys jetzt auf ein kleines Wunder hoffen, um dem sich abzeichnenden Schicksal in der Bundesliga noch entgehen zu können.
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Mit verschränkten Armen verharrte Christian Metzger eine ganze Weile regungslos hinter dem Netzpfosten. Mit leeren Augen verfolgte der Trainer von Rhein-Main Volley, wie die zuvor zehn Mal hintereinander sieglos gebliebenen Gäste aus Hamburg ihren ersten Saisonerfolg in der Walter-Köbel-Halle beinahe so ausgelassen feierten, wie die Ende April via Relegation vollzogene zweite Qualifikation für die Volleyball-Bundesliga.
Was im Kopf des 36 Jahre alten Ex-Nationalspielers vorgegangen sein mag? Die vielen vergebenen Punktballmöglichkeiten seines Teams in diesem vorentscheidenden "Kellerduell" könnten Thema gewesen sein. Vielleicht rätselte Metzger, ebenso wie etliche "RMV"-Fans auf den mit rund 600 Zuschauern gefüllten Rängen, aber auch darüber, warum der Siegeswille bei den Norddeutschen viel deutlicher sichtbar geworden war. Oder er stellte eine erste Hochrechnung an, wie und wo es seiner auf den letzten Tabellenplatz abgerutschten Mannschaft in den ausstehenden zwölf Partien noch gelingen könnte, sich an den eigenen Haaren aus dem Abstiegssumpf zu ziehen.
Eine gute Viertelstunde später und ein paar ersten "warmen Worten" an die arg enttäuschende und darüber nicht minder enttäuschte Mannschaft redete der "RMV"-Coach Klartext. "Der Hamburger Sieg ist klar verdient. Ein Volleyballspiel wird bei den einfachen Bällen gewonnen. Wenn man da technische Defizite zeigt, ist nichts zu machen, wobei die Angst vor der Niederlage eine gewisse Rolle gespielt hat." In dieser Richtung indes hätten die Gäste erheblich mehr belastet sein müssen. "Wenn wir hier verloren hätten, wären wir weg gewesen", brachte Bernd Schlesinger die Ausgangslage auf den Punkt. Warum es um die Psyche der Hanseaten trotz des verlorenen erstes Satzes besser bestellt war, begründete der erfahrene Cowboys-Trainer mit der Erwartungshaltung: "Bei uns war erst vier Wochen vor Rundenbeginn und nur dank eines privaten Bürgen klar, dass wir starten würden. Und für uns geht die Welt nicht unter, wenn wir absteigen."
Vielleicht war es tatsächlich diese Lockerheit, die die Hamburger am Vorabend des 3. Advent zurück ins Spiel brachte und neue Hoffnung im Abstiegskampf schöpfen ließ. Angeführt von ihren herausragenden Angreifern Duncan Budinger und Sven Glinker - Letzterer trübte seine Leistung freilich durch den einen oder anderen vernichtend-verächtlichen Blick in Richtung des ersten Schiedsrichters - sowie einer vorzüglichen Abwehrarbeit durch den japanischen Libero Hiroshi Katsuno, deckten die Gäste die Mängel im "RMV"-Kollektiv reihenweise auf. Der Block, im ersten Satz ein paar Mal effektiv zur Stelle, war fortan quasi nicht mehr existent. "Und die Hamburger haben vom zweiten Satz an deutlich besser aufgeschlagen", sagte Thilo von Hagen.
Der 36-Jährige hatte unfreiwillig sein Comeback gegeben, da der junge Zuspieler Sören Schneider dem zunehmenden Druck nicht gewachsen war. Dies freilich galt für nahezu alle "Volleys", die mit Ausnahme von Mark Posthuma zum Teil weit unter ihren Möglichkeiten agierten. Als Johann Löwen nach zwei abgewehrten Satzbällen den dritten Durchgang mit einer verschlagenen Angabe "herschenkte" und die famose Aufholjagd im vierten Durchgang beim 17:17 jäh endete, war das Schicksal der Heimmannschaft besiegelt.
Was die Stunde geschlagen hat, wusste von Hagen - mit GSV Osnabrück zweimal und mit TG Rüsselsheim ein drittes Mal als Aufsteiger abgestiegen - am besten: "Die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht können wir noch vier Spiele gewinnen. Minimalziel muss es sein, vor Hamburg zu bleiben," sagte von Hagen - wohl wissend, dass manchmal Vereine aus finanziellen Gründen die Segel streichen. Das Klammern an den Strohhalm hat begonnen...
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Quelle: Main-Spitze
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