|
15.01.2009
|
|
Neue Wohnstätte: Volleyballer kochen, um Werkstätten für Behinderte zu helfen - Udo Schneider, Küchenchef und Inhaber des Rüsselsheimer Jägerhofs, war mit seinen Aushilfskellnern und -köchen zufrieden: „Sie könnten alle bei mir anfangen.“
|
Was diesem Plan entgegensteht, ist die Tatsache, dass die jungen Männer, die dem Serviceteam des Restaurants am Dienstagabend unter die Arme griffen, Zweitliga-Volleyballer sind und ab sofort all ihre Energie in das Vorhaben Angriff auf Platz zwei stecken wollen.
Die Aktiven von Rhein-Main Volley gaben mit dem kulinarischen Erlebnis „Genießen in drei Sätzen“ den Startschuss für eine Aktion, die den Werkstätten für Behinderte (WfB) Rhein-Main zu dringend benötigtem Geld verhelfen soll. Die jetzige Wohnstätte Herta Max in der Mainzer Straße, in der 14 Menschen mit geistiger Behinderung leben, muss bald geschlossen werden, sie entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen.
Die WfB erhält zwar öffentliche Mittel für einen Neubau und verfügt auch über ein gewisses Eigenkapital, das aber reicht nach Auskunft von Geschäftsführer Ernst Brands „nicht mehr für die Einrichtung, einen Rollstuhlbus und einen weiteren Kleinbus. Das aber benötigen wir alles.“ Brands rechnet mit einem Spendenbedarf von rund 200 000 Euro. Die neue Wohnstätte soll 20 Behinderten Platz bieten und bis Sommer nächsten Jahres in der Stadtmitte Rüsselsheims entstehen.
Rhein-Main Volley ist schon länger Partner der WfB, lädt die Behinderten zu sämtlichen Heimspielen ein, unterstützt sie mit Autogrammstunden und gibt zum Beispiel auch seine Programmhefte in der WfB-Druckerei in Königstädten in Auftrag. Um möglichst rasch viel Geld einzunehmen, hat der Vorsitzende von Rhein-Main Volley, Thilo von Hagen, Prominente ins Boot geholt – darunter Werner von Moltke, den Präsidenten des Deutschen Volleyball-Verbandes.
Der dankte „Frau Meister-Möller für die Schirmherrrschaft“. Die Angesprochene, Rüsselsheims Stadtverordnetenvorsteherin Renate Meixner-Römer, quittierte den Versprecher mit einem Lächeln.
Nichts zu lachen hatten dagegen in den Wochen vor der Winterpause die in der Köbelhalle beheimateten Zweitliga-Volleyballer, die nach starkem Rundenbeginn ins Mittelfeld abrutschten. Von Moltke forderte sie auf: „Ihr müsst aufsteigen, dieser weiße Fleck auf der Bundesliga-Landkarte ausgerechnet in der Mitte Deutschlands muss weg.“
|
|
Quelle: Rüsselsheimer Echo
|