|
08.04.2011
|
|
Wenn am Samstag die Volleyballer der TG Rüsselsheim in der Zweiten Bundesliga, Gruppe Süd, auf Spitzenreiter VCE Mendig treffen, könnte es die vorletzte Zweitligapartie überhaupt für die Turngemeinde sein. Denn wie TG-Trainer Klaus-Jürgen Weber gestern aus heiterem Himmel gegenüber der „Main-Spitze“ erklärte, fehlen der Volleyballabteilung für die neue Saison etwa 25 000 Euro.
|
„Wenn wir das Geld bis zum 26. April nicht zusammenbekommen, stellen wir keinen Lizenzantrag für die Zweite Bundesliga“, sagt Weber.
Bis zum 2. Mai muss der Antrag bei der lizenzgebenden Deutschen Volleyball-Liga (DVL) vorliegen, ansonsten würde die erste Mannschaft der Turngemeinde den Platz der Reserve in der Regionalliga Südwest einnehmen. Zwar bestünde nach wie vor der Wille, als einziges verbliebenes Männerteam im Rhein-Main-Gebiet auf Bundesliga-Ebene langfristig eine gute Rolle in der deutschen Volleyball-Landschaft zu spielen, wie „Claude“ Weber bekräftigte. Allerdings sei das ohne die notwendigen finanziellen Ressourcen nicht möglich.
„Wir brauchen ein ausgeglichenes Budget für 2012, und das ist momentan nicht gegeben“, erklärt Abteilungsleiter Hartmut Heiringhoff. Da für die kommende Saison keine Sonderveranstaltung, wie etwa das Länderspiel im vergangenen September zwischen Deutschland und Brasilien, ordentlich Geld in die Kasse spülen würden, reichen die aktuellen finanziellen Mittel nicht aus. „Wir werden in den kommenden Wochen Gespräche mit allen Sponsoren und potenziellen Geldgebern führen und ihnen die Sache erläutern“, beschrieb Heiringhoff das Vorgehen. „Wir sind gedämpft optimistisch“, formuliert der Spartenchef die Aussichten, das nötige Geld für die zweite Liga noch aufzutreiben.
Ein Anderer aus der einst siebenköpfigen Gründungsgruppe des sogenannten Trägervereins ist weniger zuversichtlich: „Aus meiner Sicht wird das sehr, sehr schwierig,“ sagt Thilo von Hagen. Der aktuelle Co-Trainer und Stand-by-Zuspieler weiß, wovon er spricht. Drei Jahre war er Vorsitzender von Rhein-Main Volley, „und auch hier hat es immer ein Minus gegeben. Letztlich haben wir den Etat mit Ach und Krach irgendwie zusammengekratzt.“ Zuletzt freilich nicht mehr ganz, denn der inzwischen aufgelöste Klub brachte einen Schuldenstand von rund 20 000 Euro mit zur TG. „Das haben wir aber alles abtragen können“, so von Hagen.
Warum die Volleyballsparte aktuell weit davon entfernt ist, einen für die zweite Klasse akzeptablen Etat von rund 50 000 Euro auf die Beine zu stellen, darüber scheiden sich die Geister. „Natürlich hatten wir alle darauf gehofft, dass Opel wieder einsteigt“, sagt von Hagen. Möglicherweise hat aber auch ein Zwist zwischen Trainer Weber und Manager Thomas Sittler zu einer Schwächung der Ressourcen geführt. Sittler, unter anderem mit der Akquise von Geldern betraut, schied daraufhin im Februar aus.
Obwohl die TG nun befürchten muss, dass die Zweitliga-Lichter ausgehen, ist der Verein nicht der einzige, der „klamm“ ist. Aus der zweiten Liga Süd will kein Team in die Erste Bundesliga aufsteigen, und auch aus der Regionalliga Südwest haben alle potenziellen Zweitliga-Kandidaten abgewunken. Alles „Peanuts“ freilich im Vergleich zum 1. VC Wiesbaden: Hier fehlen dem Bundesliga-Damenteam fast 400 000 Euro...
|
|
Quelle: Main-Spitze
|