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23.01.2012
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„So etwas habe ich in der Zweiten Bundesliga noch nicht erlebt.“ Der sonst für seine Besonnenheit bekannte Assistenztrainer der TG Rüsselsheim, Klaus-Jürgen Weber, war nach dem wichtigen 3:1-Sieg (25:21, 25:22, 20:25, 25:12) seiner Schützlinge über Aufsteiger TSV Stuttgart fürchterlich erregt. „Vielleicht war das ja unser letztes Spiel gegen Stuttgart, schade wär’s nicht“, machte Weber seinem Unmut Luft.
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Durch ständiges Lamentieren sorgten die Schwaben, allen voran TSV-Trainer Christian Hohmann, gerade in den ersten beiden Sätzen für permanente Unruhe in der Köbel-Halle. Dabei galten Hohmanns Schimpftiraden nicht nur dem wenig überzeugenden Schiedsrichtergespann, sondern auch TG-Coach Luis Ferradas und Weber, weil die TG-Spieler in der Partie angeblich durch das Hochhalten der Arme bewusst „Sichtblock“ betrieben hätten. „So etwas trainieren wir ganz sicher nicht“, wies Weber jeden Vorwurf zurück.
Die Quittung für sein unsportliches Verhalten erhielt der TSV-Coach im zweiten Satz, als er nach der Gelben Karte schließlich beim Stand von 23:21 für Rüsselsheim auch noch Rot sah. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Turngemeinde schon ihre erste Schwächephase hinter sich. Nach einem 1:6-Auftakt im ersten Satz fingen sich die Hessen allerdings wieder und kämpften sich Punkt für Punkt heran, sodass es am Ende noch zum Satzgewinn reichte. Überraschend hatte Ferradas neben Paul Becker als Libero anstelle von Thomas Mudersbach auch den gerade erst genesenen Außenangreifer Johann Löwen in die Anfangsformation berufen. Löwen war zu Beginn der Partie die fehlende Spielpraxis anzumerken. Doch mit zunehmender Spieldauer steigerte er sich und sollte wurde zur spielentscheidenden Figur.
Im dritten Durchgang ließen die Rüsselsheimer den nötigen Angriffsdruck vermissen, dazu gesellten sich Eigenfehler, die den angeknockten Aufsteiger um den starken Kapitän Frank Rüdinger wieder in die Partie brachten und zum Satzverlust führten. Was dann folgte, war eine beeindruckende „One-Man-Show“ von Löwen, der beim Stand von 4:3 für Rüsselsheim mit einer „sensationellen Aufschlagserie“ (Weber) maßgeblichen Anteil daran hatte, dass sein Team auf 10:3 davonzog. „Meine Mannschaft muss die Punkte ja erst mal machen. Da war auch Glück dabei, aber wenn’s läuft, dann läuft’s“, wiegelte Löwen alle Komplimente bescheiden ab. Berauscht von dieser Aufschlagdemonstration ließen die Rüsselsheimer danach nichts mehr anbrennen.
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