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10.10.2011
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Der neue Tag begann mit einem freudigen Ereignis. Gegen 4.15 Uhr in der Früh‘ war Luis Ferradas zu Hause in Kriftel angekommen und hatte sich vor den Fernseher gesetzt, um den neuerlichen WM-Triumph von Formel-1-Fahrer Sebastian Vettel live mitzuerleben. Hinter dem Volleyballtrainer der TG Rüsselsheim und seiner Mannschaft lag ein sportlich weniger erfreulicher und obendrein ziemlich zeitintensiver Trip ins Münchner Hinterland.
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Mit 1:3 (18:25, 21:25, 28:26, 17:25) Sätzen hatten sich die Hessen nach 102 effektiven Spielminuten dem TSV Grafing beugen müssen und damit die zweite Saisonniederlage in der Zweiten Bundesliga, Gruppe Süd, quittiert.
Mit dem Misserfolg bei den favorisierten Oberbayern, die zum dritten Mal hintereinander in ihrer mit 200 Fans gefüllten Jahnsporthalle antraten, konnte der Coach aus Argentinien leben. „Wir waren nicht so gut wie zuletzt in Leipzig und es hat ein bisschen das Feuer gefehlt. Der Gegner war etwas stabiler als wir und deutlich routinierter. Und die Halle war extrem kalt.“ Dazu, so Ferradas, hätte die hessische Reisegruppe die lange Anfahrt spürbar geschlaucht: „Wir waren nicht so frisch. Das wird Grafing im Rückspiel wahrscheinlich genauso gehen.“
Neben diesen Begleiterscheinungen waren die Gäste aber auch personell nicht auf der Höhe. Paul Beckers Hepatitiserkrankung ließ ein Mitwirken diesmal nicht zu, sodass diese Lücke kurzfristig gefüllt werden musste. „Wir haben einen Minisponsor gefunden und so einen interessanten, jungen Spieler aus Kanada bis zum Saisonende verpflichten können“, berichtet Ferradas. Jonathan Whitton, so der Name des 24-jährigen Zugangs, nahm Beckers Position ein, harmonierte aber mit seinen neuen Mitspielern naturgemäß noch längst nicht optimal.
Dafür spielte sich ein bisheriger „Edelreservist“ ab Mitte des zweiten Satzes in den Vordergrund. Nachdem der erste Durchgang in 18 Minuten an die block- und annahmestarken Hausherren gefallen war, ließ Ferradas beim 11:15-Rückstand Paul Borger für Manuel Lohr in der Mitte ran. „Er hat zweieinhalb Sätze wirklich sehr gut gespielt“, lobte der TG-Trainer. Der jüngere der Borger-Brüder hatte mit drei starken Aufgaben auch Anteil daran, dass im dritten Abschnitt aus einem 21:22-Rückstand eine 24:22-Führung und dieser Satz knapp gewonnen wurde. „Die Jungs haben alle gut gekämpft“, so Ferradas.
Dass sich die Gegenwehr der Seinen im vierten Durchgang in 17 Minuten erschöpfte, trug Rüsselsheims Übungsleiter mit Fassung: „So viel besser waren die nicht. Für das Rückspiel sehe ich große Chancen für uns.“ Früher ins Bett werden alle Hessen mit Sicherheit kommen.
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