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24.10.2007
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Volleyball-Deutschland nannte Georg Grozer senior einst respektvoll „Hammer-Schorsch“ oder aber auch „Old Schmetterhand“. Dass sein Sohn Georg Grozer junior ihm in (fast) nichts nachsteht, bewies dieser gestern Abend eindrucksvoll in der Rüsselsheimer Walter-Köbel-Halle.
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Beim erwarteten 3:0-Sieg (25:21, 25.20, 25:19) der ambitionierten Gäste vom Niederrhein war der Zwei-Meter-Mann auffälligster Akteur in einem Team, das stets dann, wenn sich die Hausherren ein wenig herangekämpft hatten, einen Zahn zulegte und die Partie sicher nach Hause schaukelte. Vater Grozer, inzwischen Trainer des ersten deutschen Eurocupgewinners (1990), hatte an der Bande keinerlei Grund unruhig zu werden – zu gut stand der Block, zu wuchtig waren in der Regel die Angriffsbälle von Grozer junior, Joram Maan und vom 430-fachen holländischen Nationalsspieler Guido Görtzen. Doch es waren nicht nur Moerser Granaten, die Rhein-Main Volley vor Probleme stellten, sondern gefühlvolle Lupfer über den Block, variantenreiche Aufschläge und auch Finten des jungen Zuspielers Lukas Kampa.
Der war vor zwei Jahren noch Mitglied des Bundesliga-Kaders der TG Rüsselsheim und zeigte gestern, was er im Laufe der Monate hinzugelernt hat. Ein Kampa-Trick brachte dem Moerser SC nach gut 20 Minuten den ersten Satz ein – ein Satz, in dem die Gastgeber nur beim 1:0 vorne lagen und dann noch ein Mal zum 8:8 ausglichen. Vor allem die hohe Quote an Angabefehlern schadete Rhein-Main Volley, doch der Bundesliga-Neuling musste bei seinen Aufschlägen hohes Risiko eingehen, wollte er das angereiste deutsche Spitzenteam fordern.
Im zweiten Satz drehte Moers einen 0:2-Rückstand rasch in eine 8:3-Führung, und über 12:7 und 20:15 ging auch dieser Durchgang mühelos ans Grozer-Team. Der immer besser in die Partie kommende Jason Octave sorgte nun in der Rhein-Main-Offensive für Akzente und viele Punkte, während Johann Löwen die miserable Statistik der Angaben verbesserte. Mit zwei Assen in Folge kommt dem aus Eltmann übergewechselten Außenangreifer der Löwenanteil an erfolgreichen Angaben zu.
Gute Stimmung kam nur im dritten Satz auf, als die Hessen einen 4:8-Rückstand durch drei glänzende Blocks und einen Angriffsball in ein 8:8 verwandelten. Doch wieder gelang es der Mannschaft nicht, in Führung zu gehen, dadurch vielleicht ihr Spiel zu beruhigen und mit Selbstvertrauen vielleicht einen Satz zu gewinnen. Schon bald darauf stand es 11:15, und nach einer Stunde und 15 Minuten hatte der Favorit gewonnen – bezeichnenderweise durch einen im Netz landenden Schmetterball von Löwen.
Schlimmer noch als die vierte Niederlage im vierten Saisonspiel trifft Rhein-Main Volley der Ausfall von Christian Günther: Der schon lange in Rüsselsheim beheimatete Zweiundzwanzigjährige zog sich im Abschlusstraining eine schwere Bänderverletzung zu, wird wohl viele Wochen ausfallen. Während Rhein-Main Volley gegen die starken Gäste im Rahmen seiner Möglichkeiten blieb, dürfte das geringe Zuschauerinteresse den Verantwortlichen Sorgen machen. Nur knapp 300 Zuschauer bildeten eine recht trostlose Kulisse. Vor zwei Jahren waren gegen den gleichen Gegner mehr als doppelt so viele Fans erschienen – und das war damals die mit Abstand schlechteste Kulisse der ganzen Hinrunde. Nach Günthers Ausfall lief gestern mit Andy Kolle nur noch einer der einstigen TG-Cracks auf. Offenbar identifizieren sich kaum Volleyballfans der Region mit dem ihnen völlig unbekannten Kader. Der kann wohl nur dann einen Fuß auf die Erde bekommen, wenn er bald mal anfängt zu gewinnen.
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Quelle: Rüsselsheimer Echo
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