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20.10.2008
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Wer zu den Heimspielen von Rhein-Main Volley in die Rüsselsheimer Köbel-Halle kommt, muss derzeit vor allem zwei Dinge mitbringen: Zeit und starke Nerven.
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Wie vor zwei Wochen beim Fünfsatzsieg über Freiburg, geriet der Erstliga-Absteiger auch diesmal gegen den zuvor ungeschlagenen Tabellenführer TV Bühl mit 1:2 Sätzen in Rückstand, ehe ihm am Ende dank einer kämpferischen und mannschaftlich geschlossenen Leistung erneut ein knapper 3:2 (18:25, 25:20, 26:28, 25:17, 15:13)-Erfolg gelang. Damit bleibt Rhein-Main Volley im Titelkampf, bildet mit vier weiteren Teams (Bühl, Delitzsch, Freiburg, Kriftel) die dicht gestaffelte Spitzengruppe in der Zweiten Volleyball-Bundesliga.
Kapitän Tim Wacker bot ein Riesenspiel, wuchs über sich hinaus, gab seiner Mannschaft Sicherheit und konnte nach dem Abpfiff freudestrahlend über sich sagen: „Ich glaube, das war das Beste, was ich je gespielt habe.“ Auch der junge Jan Dörmer, vor Saisonbeginn von Landesligist TG Rüsselsheim zu Rhein-Main gekommen, zeigte eine tolle, nervenstarke Partie. Im ersten Satz noch nervös, setzte er sich dann im Angriff konsequent durch und hatte großen Anteil am Sieg.
Gegen Ende des Krimis kam auch der erstligaerfahrene Johann Löwen richtig in Fahrt und entschied die Schlussphase nahezu im Alleingang. Den Matchball verwandelte er mit einer Angabe.
Der Jubel bei Mannschaft, Trainer und den rund 300 Zuschauern hätte größer nicht sein können, lagen doch höchst ungewisse zweieinviertel Stunden hinter ihnen, in der die Spitzenbegegnung auf- und abwog. Wieder einmal fand Rhein-Main Volley zu Beginn nicht ins Spiel, gab den ersten Satz klar mit 18:25 ab. Allerdings machte Spielertrainer Thilo von Hagen Hoffnung, dass es diesmal im ersten Durchgang „nicht so schlimm war wie in den anderen Spielen“.
Ohne Thomas Weigel, der bis auf weiteres aus privaten Gründen ausfällt, und weil Peter Wellbrock wegen einer Patellasehnenreizung im Knie nur für kurze Phasen eingesetzt werden konnte, mussten die Gastgeber ohne Wechselalternativen durchspielen. Umso wichtiger war es, dass Jan Dörmer nun zu seinem Rhythmus fand und sich das gesamte Team zu steigern wusste. „Wir wollten unbedingt gewinnen, haben uns nie aufgegeben und immer an uns geglaubt“, freute sich Dörmer über eine „Supermannschaftsleistung“.
Im zweiten Satz konnte Rhein-Main Volley zwar wegen mehrerer Abwehr- und Annahmefehler in Folge zweimal eine Vier-Punkte-Führung nicht halten (9:5/15:11), konnte sich aber dank erfolgreicher Angriffsaktionen von Dörmer und Wacker doch auf 19:14 absetzen und den Vorsprung über 22:19 und 23:20 ins Ziel bringen. Den Satzball verwandelte Dörmer.
Im dritten Durchgang glichen die Gastgeber ein 7:11 zum 13:13 aus, um dann mit 16:15 erstmals vorne zu liegen. Dann ging es spannend zu. Mittelspieler Jakub Strzelczyk sorgte nach einem langen Ballwechsel im Angriff für den 22:23-Anschluss. Johann Löwen setzte nun einen „Elfmeter“ ins Aus – 22:24. Aber Wacker wehrte den ersten Satzball ab. Es sollten drei weitere für Bühl folgen und einer bei 25:24 für Rhein-Main Volley, den allerdings Löwen mit einer Netzangabe herschenkte. Zum Schluss schlug Dörmer unglücklich an die Antenne, und der Gegner ging mit 2:1 Sätzen in Führung.
„Aber das hat uns erst richtig motiviert“, meinte Dörmer. Im vierten Abschnitt setzte sich seine Mannschaft über 8:4, 13:8 und 14:13 auf 20:14 ab – in dieser Phase war Dörmer dreimal hintereinander im Angriff erfolgreich. Bühl fand keine Mittel mehr gegen die nun furios aufspielenden Gastgeber und hatte deutlich mit 17:25 das Nachsehen.
Auch im Tiebreak ließ sich das Rhein-Main-Team von anfänglichen Rückständen nicht entmutigen. Tim Wacker hielt seine Mannschaft bis zum Seitenwechsel im Spiel, erzielte immer wieder Anschlusspunkte.
Als die Rhein-Main-Volleyballer ein 7:9 in eine 10:9-Führung verwandelt hatten, erhielten sie Schützenhilfe von den beiden insgesamt unsicheren Schiedsrichtern. Einen Angriffsschlag von Bühl ins hintere Eck des Feldes sahen sie irrtümlich im Aus. Damit führten die Gastgeber mit 11:9 – ein Geschenk.
Dennoch gerieten sie noch einmal gefährlich mit 11:12 ins Hintertreffen. Doch nun kam die große Zeit von Johann Löwen. Hatte er in der Vorwoche beim 2:3 in Kriftel noch den Matchball vergeben, war er nun der Garant für den Sieg und sorgte ab dem 11:12 mit vier Punkten (neben einem erfolgreichen Block von Strzelczyk) für den viel umjubelten 15:13-Erfolg im Tiebreak.
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Quelle: Rüsselsheimer Echo
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