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Wilmas wilde Worte

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Die Polizei macht’s möglich

10.11.2007
Dass er den Sprung vom Wiesbadener Zweitliga-Meisterteam in den Bundesliga-Kader von Rhein-Main Volley schaffen würde, hat er schon geglaubt. Dass er aber gleich einen Stammplatz erhält, kam für Ralph Nothhaft überraschend.
Doch umso mehr freut sich der 22 Jahre alte Mittelblocker. Nun kann er wertvolle Erfahrungen in der deutschen Eliteklasse sammeln und in seiner Entwicklung einen großen Schritt nach vorne machen. Wie Andreas Kolle, der andere Mittespieler im Rhein-Main-Team, absolviert Nothhaft eine Ausbildung bei der Polizei zum Kommissar-Anwärter und besitzt dort durch seine Zugehörigkeit zur Sportfördergruppe unschätzbare Vorteile für seinen Bundesliga-Einsatz. So wurde er gerade am Mittwoch und Donnerstag für das Spiel in Berlin freigestellt. Zudem lässt sich der hohe Aufwand von täglichem Training mit der beruflichen Lehre vereinbaren.

Und Training ist für Nothhaft sehr wichtig. Denn seine fehlende Erstliga-Erfahrung muss er durch Schnelligkeit und Athletik kompensieren. „Er macht seine Sache sehr gut“, findet Christian Metzger, „von der Einstellung her ist er top“. Und es läuft auch immer besser bei Nothhaft. Beim ersten Heimsieg am vergangenen Wochenende gegen Leipzig hat er gerade auch über Außen viele Bälle mitabgeblockt.

Der ehemalige Jugend- und Juniorennationalspieler, der zusammen mit Andreas Kolle und Christian Günther das Frankfurter Volleyballinternat besucht hat, ist deshalb zuversichtlich, den Klassenerhalt zu schaffen: „Das Potential ist auf jeden Fall da bei uns.“ Wichtig sei es nur, dieses Potential in den Spielen gegen die Abstiegskonkurrenten auch abzurufen. Heute Abend zum Beispiel um 20 Uhr in der Köbel-Halle gegen die Netzhoppers Königs-Wusterhausen wäre dies nötig.

Dass es am Mittwoch beim Tabellenzweiten in Berlin eine 0:3-Schlappe gab, sieht der stets positiv denkende Mittelblocker dabei nicht als Dämpfer. Das seien nicht die Gegner, wo es etwas zu holen gebe. Aber gegen die Gäste aus dem Spreewald müsse heute ein Sieg her. Und dazu braucht sein Team jene Geschlossenheit wie gegen Leipzig. Damit das klappt, haben die Spieler nach dem Match in der Hauptstadt einiges für das Mannschaftsgefüge getan.

Bis spät in die Nacht zeigten die Mitspieler dem aus der Karibik stammenden Jason Octave die Metropole. Nothhaft, immer für einen Spaß zu haben, erklärte dazu: „Der Jason wollte unbedingt mal Berlin sehen, damit er seiner Familie davon erzählen kann. Diesen Wunsch konnten wir ihm natürlich nicht abschlagen.“

Den Teamgeist zu stärken, das hat aber vor allem Trainer Christian Metzger geschafft. „Er schwört die Mannschaft richtig gut ein und hat auch nach den verlorenen Spielen zum Anfang nie den Glauben an uns verloren. Er ist ein echter Motivator“, findet Nothhaft.

Seinen Coach hat der vom ASV Dachau stammende Bayer schon vor Jahren kennen gelernt Metzger spielte 2001 und 2002 in Dachau in der Bundesliga. „Und da habe ich als Jugendspieler die Bälle gerollt“, erzählt Nothhaft. Bereits damals war der Wunsch in ihm groß, auch einmal weit zu kommen im Volleyball. Und das hat er nun geschafft.

Jetzt hofft der Wiesbadener nur, dass er mit Rhein-Main Volley den Klassenerhalt schafft und auch nächste Saison in der Köbel-Halle aufschlagen kann. Eines wäre dabei schon mal geklärt: Die Polizei macht’s möglich.
Quelle: Rüsselsheimer Echo
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