|
18.09.2007
|
Unter seinem Trainer Christian Metzger geht Rhein-Main Volley trotz anfänglicher Probleme zuversichtlich in die neue Bundesligarunde.
|
Der Blick soll nach vorne gehen und sich nicht mehr nach hinten richten. Der verkorkste Start des Volleyball-Bundesligisten Rhein-Main Volley mit den Schwierigkeiten bei der Saisonfinanzierung und der Trainerfindung - glaubt man Diagonalangreifer Christian Günther, dann ist das alles längst abgehakt. "Am Anfang war das für uns sicher unbefriedigend, weil wir auch nicht wussten, was kommt. Aber das alles ist jetzt kein Thema mehr. Das ist komplett draußen." Der Publikumsliebling, der von der TG Rüsselsheim kam, versichert, dass die Stimmung innerhalb der Mannschaft positiv ist und alle dem Saisonauftakt am 3. Oktober entgegenfiebern. "Wir haben eine schlagkräftige Mannschaft, einige erstligaerfahrene Spieler und gute neue Leute", sagt Günther.
Dass nach den Turbulenzen vor einigen Wochen endlich der ganz normale Alltag eines Volleyball-Bundesligisten bei dem aus Eintracht Wiesbaden und der TG Rüsselsheim zusammengeschlossenen Team eingekehrt ist, hat viel mit der Person von Christian Metzger zu tun.
Einige erfahrene Spieler
Der 35 Jahre alte ehemalige Nationalspieler, der die TG Rüsselsheim in der vergangenen Saison in der zweiten Liga trainierte, wollte in der laufenden Spielzeit eigentlich kürzer treten. Als Sportlicher Leiter wollte der gebürtige Sindelfinger, der gerade sein Examen als Realschullehrer in Englisch und Geografie abgeschlossen hat, nur noch helfen, die Mannschaft zusammenzustellen. Seinen Job an der Seitenlinie plante er, auch wegen der Familie zu Hause in Mendig, anderen zu überlassen. Weil aber der ursprünglich als neuer Coach vorgesehene Edwin Benne nicht zu finanzieren war und andere Trainer nicht ins Konzept von Rhein-Main Volley passten, gab Metzger den Retter in der Not.
Sein durchaus selbstloser Einsatz dürfte das Projekt in letzter Minute vor dem Scheitern bewahrt haben. Schließlich ist es auch dem Renommee des angesehenen Trainers zu verdanken, dass Rhein-Main Volley trotz schmalen Budgets einige erfahrene Spieler verpflichten konnte. "Ohne eine Heldengeschichte daraus zu machen: Ich wollte einfach nicht, dass die Mannschaft ohne Trainer in die Saison geht", sagt Metzger. "Ich habe den Eindruck, dass wir eine verantwortungsvolle Truppe haben. Ich sehe uns nicht chancenlos. Wir haben eine Mannschaft, die mehr über Teamgeist und Engagement arbeiten muss."
Allerdings kann es gut sein, dass das Team einen durchwachsenen Saisonstart erlebt. Immerhin fehlen wegen der lange ungeklärten Trainerfrage laut Metzger drei bis vier Wochen der Vorbereitung. Dennoch ist der Trainer zuversichtlich, mit Rhein-Main Volley nicht derart durchgereicht zu werden wie Rüsselsheim in der ersten Liga vor zwei Jahren. Schließlich konnte jüngst noch in Michal Peciakowski vom Erstliga-Konkurrenten SG Eltmann ein neuer Zuspieler verpflichtet werden.
Daneben kamen unter anderem Sören Schneider (VfB Friedrichshafen), Mark Posthuma (Niederlande) und Johann Löwen (SG Eltmann). (...) "Wir sind besser als die Rüsselsheimer Mannschaft nach dem Aufstieg vor zwei Jahren", glaubt auch Christian Günther.
|
|
Quelle: Frankfurter Rundschau
|