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Wilmas wilde Worte

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Deutliches Lebenszeichen

17.01.2008
Sollte da doch noch etwas gehen? Die Mannschaft von Rhein-Main Volley hat zum Abschluss der Hinserie für die vielleicht größte Überraschung in dieser Bundesligasaison gesorgt. Nach bravourösem Kampf blockte der Aufsteiger Gastgeber Bayer Wuppertal gestern Abend 3:2 (27:29, 33:31, 25:27, 25:21, 16:14) ab.
Nahe liegend, dass die zuvor erst einmal siegreichen Hessen ihren Gefühlen in der Bayerhalle nach dem letzten Ball freien Lauf ließen. Dies vor allem deshalb, weil das Team trotz einer verblüffend starken Leistung am Ende mit leeren Händen dazustehen drohte. 14:11 stand es im Tiebreak für die Wuppertaler, doch die "RMV"-Cracks wehrten zunächst drei Matchbälle ab und schnürten dann selbst den Sack zu. Was entsprechende Emotionen freisetzte. "Einige hatten Tränen in den Augen; Freude pur eben", berichtet Christian Metzger. Und: "Das war einfach phantastisch; wir sind endlich einmal belohnt worden. Ich freue mich total für die Jungs, die so viele Nackenschläge zu verkraften hatten. Heute haben sie gesehen, dass es sich lohnt, immer weiter zu arbeiten und zu kämpfen", so das Fazit des überglücklichen "RMV"-Trainers.

Gleichwohl ohne jegliches Testspiel angereist, hatte Metzger sein Team nicht chancenlos gewähnt. "Mir war klar, dass die Wuppertaler nervös sein würden, da sie sehr unter Druck standen." Da sich diese Vorahnung hundertprozentig bewahrheiten sollte, entwickelte sich von Beginn an ein Duell zweier gleichwertiger Kollektive. Die individuelle Klasse des Bayer-Ensembles kam nicht so zur Geltung, "weil wir konstant stark aufgeschlagen und echt toll gespielt haben. Allen voran Sören Schneider, wobei alle heute ihr bestes Saisonspiel gemacht haben. Eigentlich hätten wir sogar 3:0 gewinnen können", so Metzger. Angesichts von jeweils einem Satzball im ersten und dritten Durchgang keine unrealistische Einschätzung.

Umso bitterer war es für Metzger und die Seinen, als nach dem zweiten Ausgleich die Felle im finalen Abschnitt davonzuschwimmen drohten. Womöglich war es eine krasse Fehlentscheidung des Schiedsgerichtes, dass bei den Gästen noch einmal Kräfte freigesetzt wurden. "Bei Wuppertals Punkt zum 13:10 war der Ball locker 20 Zentimeter im Aus", berichtet Metzger. Dennoch habe er beim 11:14 "und obwohl das eigentlich nicht möglich ist", dem verletzten Zuspieler Michal Peciakowski zugerufen, dass er noch an den Sieg glaubt. Ein guter Angriff und ein famoser Block führten zum 14:13, "und dann ging der Ball bestimmt fünf Mal übers Netz und unser Libero Peter Wellbrock hat zweimal ganz toll gerettet", erzählt Metzger. Spätestens jetzt ging auch den erfahrensten Bayer-Akteuren der "Stift", und nach einem weiteren formidablen Block von Jason Octave war es nach 134 Spielminuten vollbracht.

Viel Zeit, das Weiterreichen der "roten Laterne" über den gestrigen Abend hinaus zu feiern, bleibt dem Team nicht. Am Samstag wird die Rückrunde beim vier Zähler besser dastehenden Mitaufsteiger VC Bad Dürrenberg-Spergau eingeläutet. "Unsere Ausgangsposition ist zwar etwas besser geworden, mehr aber auch nicht. Ich hoffe, wir verkrampfen nicht und sind auch dort wieder mit so viel Spaß bei der Sache", sagt Metzger. So oder so - Rhein-Main Volley hat im Abstiegskampf ein deutliches Lebenszeichen gesendet. Hut ab!
Quelle: Main-Spitze
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