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Wilmas wilde Worte

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Der Trainer muss durchspielen

04.02.2008
„Wir haben uns einigermaßen ordentlich verkauft“, fand Kapitän Andreas Kolle. Für einen Satzgewinn oder gar einen Überraschungssieg hat es für Rhein-Main Volley wie erwartet aber nicht gereicht. Mit einer 0:3 (22:25, 20:25, 16:25)-Niederlage kehrte der Abstiegskandidat vom Tabellendritten Moerser SC zurück und liegt weiter mit zwei Punkten hinter Bad Dürrenberg/Spergau und Wuppertal.

„In den ersten beiden Sätzen haben wir ganz gut ausgesehen“, mochte Spielertrainer Thilo von Hagen seiner Mannschaft aber keinen Vorwurf machen. Der Coach musste diesmal selbst aufs Feld und durchspielen. Denn Sören Schneider, der erste Zuspieler, lag mit einer Mandelentzündung im Bett. Während Johann Löwen seine Daumenverletzung der vergangenen Woche nicht mehr anzumerken war, ging Jason Octave angeschlagen in den Spieltag und wurde im zweiten Satz ausgewechselt.

„Wir haben phasenweise einige Hänger drin gehabt“, macht Andreas Kolle zu starke Schwankungen für die zwölfte Saisonniederlage verantwortlich. Außenangreifer Christian Günther, der für Octave reinkam und mehr Spielanteile besaß als zuletzt, nach seiner langen Bänderverletzung aber noch von seiner Bestform um einiges entfernt ist, sah dies genauso: „Immer, wenn wir uns rangekämpft hatten, haben wir mehrere Punkte am Stück abgegeben.“

Hatten im ersten Durchgang am Ende nur drei Ballpunkte zum Gewinn gefehlt, schienen die Rhein-Main-Volleyballer auch im zweiten nah am Satzgewinn dran. Einen 6:12-Rückstand hatten sie bei 17:19 bis auf zwei Zähler verkürzt. Beim 19:21 jubelten die Spieler schon über den 20:21-Anschluss. Der Schiedsrichter hatte den Punktgewinn auch angezeigt. Doch dann hielt er Rücksprache mit dem Linienrichter und urteilte auf 22:19 für Moers.

Eine strittige Entscheidung, die nicht die einzige war, über die sich die Gäste aufregen mussten. „Wir haben des öfteren mit dem Schiedsgericht gehadert“, sah Thilo von Hagen sein Team mehrmals im Nachteil. Letztlich aber war beim Deutschen Meister von 1992, der zu den besten Drei der Republik zählt und nicht zu unrecht nur knapp gegen Friedrichshafen verloren hat, nichts drin für den Tabellenvorletzten. Vor allem den erfahrenen, 37-jährigen Guido Görtzen, der 1996 mit den Niederlanden Olympiasieger wurde, bekamen die Hessen vor rund 600 Zuschauern nicht in den Griff.

Und spätestens als Trainersohn Georg Grozer junior im zweiten Satz aufs Feld kam und einige spektakuläre Angriffe setzte – von denen Rhein-Main-Mittespieler Ralph Nothhaft zumindest einen sehr sehenswert abblockte –, war das größere Potential von Moers unübersehbar.

Im Team von Thilo von Hagen und Christian Metzger agierte neben Mark Posthuma vor allem Andreas Kolle überzeugend. Der Mittelblocker bestätigte erneut seine bislang starken Auftritte in diesem Jahr und füllte als Kapitän gut die Führungsrolle aus.

Allerdings spielt Kolle derzeit mit einer Knochenabsplitterung am Fuß, die irgendwann operiert werden muss. Wegen des kleinen Kaders und der fehlenden Alternativen auf der Mittelblockposition will sich der 24-Jährige aber bis zum Saisonende durchbeißen.

Bereits am Aschermittwoch geht es für Rhein-Main Volley mit einem schweren Heimspiel weiter. Zu Gast ist dann um 20 Uhr in der Walter-Köbel-Halle der Tabellenfünfte Evivo Düren.
Quelle: Rüsselsheimer Echo
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