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Wilmas wilde Worte

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Der Angriff ist zu harmlos

25.10.2007
Dass gegen den Moerser SC, eines der bestbesetzten Teams Deutschlands, kaum etwas zu holen sein würde, war klar. Aber etwas beherzter und stimmungsvoller hätten sich die Bundesliga-Volleyballer von Rhein-Main Volley gegen die 0:3 (21:25, 20:25, 19:25)-Niederlage am Dienstagabend in der nur recht spärlich besetzten Rüsselsheimer Köbel-Halle schon stemmen können.

Rhein-Main-Trainer Christian Metzger ärgerte vor allem „die extrem hohe Eigenfehlerquote“. Allein im dritten Satz, dem besten seiner Mannschaft, gab sie 14 Punkte ab, ohne dass der Gegner am Ball war. Bei dennoch 19 Zählern für die Gastgeber wäre bei weniger leichten Fehlern womöglich ein Satzgewinn drin gewesen. „Denn Moers ist nicht so souverän aufgetreten wie ich dachte“, fand Andreas Kolle.

Der Mittelblocker hätte sich gewünscht, etwas früher so zu spielen wie im dritten Durchgang. „Der hat mir richtig gut gefallen“ – trotz der Fehler. Denn in diesem Durchgang wusste seine Mannschaft, den athletisch überlegenen Favoriten aus dem Ruhrgebiet phasenweise richtig zu fordern und vor allem mit schönen Blockaktionen zu glänzen. Dank Kolle.

Zusammen mit Ralph Nothhaft sorgte der frühere Spieler der TG Rüsselsheim für einen ordentlichen Mittelblock. Das erkannte auch Georg Grozer junior nach dem Schlusspfiff an. Der herausragende Diagonalangreifer von Moers bescheinigte allerdings vor allem Rhein-Main-Zuspieler Michal Peciakowski eine gute Leistung: „Er hat die Angreifer oft freigespielt – aber die Angreifer haben zu viele Fehler gemacht und in Eins-gegen-eins-Situationen nicht gepunktet.“ Damit traf Grozer, Spross von SC-Trainer Georg Grozer senior, den Nagel auf den Kopf. Das Hauptproblem von Rhein-Main Volley bildeten am Dienstag die vielen vergebenen Chancen. Selbst gegen einen Einerblock kamen die Angreifer oft nicht durch „Wir waren im Abschluss zu inkonsequent“, bedauerte daher Kolle.

„Es hat am Außenangriff gelegen“, analysierte Thilo von Hagen. Während sich Jason Octave auf der Diagonalposition einige Male gut durchsetzte, blieben nach Meinung des Stellvertretenden Vorsitzenden Johann Löwen und Mark Posthuma unter ihren Möglichkeiten: „Sie haben sich zu wenig zugetraut“. Dabei biete gerade ein Gegner wie Moers eine gute Gelegenheit, beherzt aufzuspielen. „Da hat man ja nichts zu verlieren“, sagte von Hagen.

Trainer Christian Metzger bezeichnete den Angriff zwar auch als nicht durchschlagkräftig genug („Die Fehlerquote war hier einfach zu hoch“), Johann Löwen habe ihm aber „gut gefallen“. Positiv bewertete er vor allem die Leistungssteigerung von Libero Peter Wellbrock. Und insgesamt habe sich seine Mannschaft „viel besser verkauft als gegen Friedrichshafen“.

Am meisten beeindruckt zeigte sich der Rhein-Main-Coach allerdings von einem Akteur der Gäste: dem 430-fachen holländischen Nationalspieler Guido Goertzen. „Das macht Spaß, ihm zuzugucken“, schwärmte Metzger vom Führungsspieler des SC. So einen Ausnahmekönner hätte auch er gerne in seinem Team. Doch muss Metzger, der mit seiner Familie von Mendig nach Sindelfingen umgezogen ist, dort im Februar ein Referendariat als Lehrer beginnt und nun eine noch längere Fahrtzeit nach Rüsselsheim ins Training und zu den Spielen benötigt, nicht nur ohne einen Mann von Goertzens Format zurecht kommen. Mit Cristobal Gevert und Christian Günther, der sich im Abschlusstraining eine Fußverletzung zuzog und fünf bis sechs Wochen pausieren muss, fallen zwei Spieler länger aus. Um die Wechselalternativen ist es derzeit schlecht bestellt.

Es kommt noch hinzu, dass die Verpflichtung eines dritten Mittelblockers misslang. Gerade auf Moers hatten die Rhein-Main-Verantwortlichen ihre Hoffnungen gesetzt. Vom SC umwarben sie seit drei Wochen Cordt Withum. Doch der US-Amerikaner sagte am Dienstag nach Aussage von Thilo von Hagen ab.

Bis zum nächsten Einsatz am 3. November (Samstag) in der Köbel-Halle gegen den VC Leipzig müssen die noch sieglosen Bundesliga-Volleyballer mit Sitz in Rüsselsheim weiter hart an sich arbeiten. Vor allem bei Aufschlag und Annahme sei dies nötig, fordert von Hagen. Zuspieler Peciakowski hofft, dass sein Team künftig mehr Biss und Selbstvertrauen zeigt: „Und wir müssen als Mannschaft weiter zusammenwachsen.“

Damit der Klassenerhalt nicht schon in der Hinrunde in weite Ferne rückt, sind für Thilo von Hagen bis Weihnachten mindestens zwei Siege nötig: „Von den drei Spielen gegen Leipzig, Königs-Wusterhausen und Hamburg müssen wir zwei gewinnen.“
Quelle: Rüsselsheimer Echo
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