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Wilmas wilde Worte

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Cowboys glauben mehr an sich

17.12.2007
Um 21.47 Uhr war es um Volleyball-Bundesligist Rhein-Main Volley geschehen. Die Niederlage im Kellerduell gegen die Hamburg Cowboys war besiegelt. Trotz des gewonnenen ersten Satzes mussten sich die Gastgeber in der Köbel-Halle mit 1:3 (25:21, 18:25, 23:25, 22:25) geschlagen geben und rutschten hinter die Norddeutschen auf den letzten Tabellenplatz ab.
Bereits am vorletzten Hinrundenspieltag ist damit eine Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt gefallen. Nun wird es für das Team von Trainer Christian Metzger sehr schwer, noch den rettenden drittletzten Rang zu erreichen. Kleines Trostpflaster: Der VC Bad Dürrenberg/Spergau hat zu Hause gegen die Netzhoppers Königs-Wusterhausen ebenfalls mit 1:3 verloren, so dass sich der Vier-Punkte-Rückstand von Rhein-Main Volley auf den Drittletzten nicht vergrößert hat.

Nach anderthalb aufreibenden Stunden mussten die Hessen gegen Hamburg hängenden Kopfes und mit fassungslosen Gesichtern als Verlierer das Feld verlassen. „Dabei war ich mir felsenfest sicher, dass wir das Spiel gewinnen“, meinte ein enttäuschter Christian Metzger.

Dabei lief es vor einer Kulisse von rund 600 Zuschauern, mehr als bisher, anfangs nach Wunsch für seine Mannschaft. Mit einer guten Gesamtleistung, vor allem erfolgreichen Aktionen über die Mittespieler Andreas Kolle und Ralph Nothhaft und mit wichtigen Punkten von Johann Löwen, entschieden die Gastgeber den ersten Satz über 16:14, 19:16, 23:17 und 23:19 mit 25:21 für sich – wobei allerdings gegen Ende einige Punktballchancen vergeben wurden. Doch den Vorteil des gewonnenen ersten Durchgangs konnte das Metzger-Team nicht nutzen – was auch dem Trainer selbst unerklärlich blieb. Metzger: „Darüber müssen wir noch sprechen“.

Knackpunkt im zweiten Abschnitt war eine Aufschlagserie des herausragenden Duncan Budinger bei Hamburg. Seine Angaben ebenso wie seine Angriffe bekamen die Rhein-Main-Volleyballer nicht in den Griff und gerieten mit 10:13 in Rückstand.

Ein Rückstand, der sich auf 13:20 vergrößerte, ehe die Gastgeber noch mal auf 18:21 herankamen, dann aber zweimal im Spielaufbau patzten und mit 18:25 klar das Nachsehen hatten. Im dritten Satz war es dann Ex-Nationalspieler Sven Glinker, gegen den sich Rhein-Main im Block schwer tat. Überhaupt war der Außenblock weniger erfolgreich als sonst.

Und gleichwohl Mark Posthuma immer stärker wurde und viele Punkte im Außenangriff holte, gelang es dem Abstiegskandidaten nicht, wieder ins Spiel zu kommen. Demonstrierten die Hamburger mit einer offenen, stimmungsvollen Körpersprache ihren Siegeswillen, ging es auf der Gegenseite zu emotionslos zu. „Wir waren zu stumm“, formulierte es Zuspieler Thilo von Hagen, der wie der reaktivierte Mittelblocker Martin Berkenkamp zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz in dieser Saison kam und fast die Hälfte des Spiels auf dem Feld stand.

Der Routinier versuchte seine Mannschaft anzufeuern, aber letztlich ohne Erfolg.Im dritten Satz glückte ihr zwischen 17:19 und 20:22 dreimal der Anschluss, der Ausgleich aber blieb aus. Und Hamburg zog auf 24:21 davon. Rhein-Main wehrte noch zwei Satzbälle ab, dann hieß es 23:25.

Im vierten Abschnitt führten die Gastgeber mit 5:2, um dann drei Eigenfehler zu fabrizieren und ab dem 8:7 ins Hintertreffen zu geraten. Ein 11:15 hatten sie beim 17:17 ausgeglichen. Ab dem 18:18 schlugen sie aber gleich dreimal hintereinander in den Block, wobei sich vor allem bei Jason Octave zeigte, dass er nicht seinen besten Tag erwischte. Den 18:21-Rückstand holte Rhein-Main nicht mehr auf. Die achte Niederlage im neunten Spiel war unabwendbar.

Eine bittere Niederlage, die nicht eingeplant war. Aber verdient kam. Denn die Hamburg Cowboys um Trainer Bernd Schlesinger präsentierten sich mental stärker und gingen entschlossener und beherzter zu Werke. Das sah letztlich auch Christian Metzger so, der erkennen musste: „Es hat die Mannschaft gewonnen, die mehr an sich geglaubt hat.“
Quelle: Rüsselsheimer Echo
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