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Wilmas wilde Worte

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Carlo Columno über: Rituale und Bräuche

11.04.2009


Die Nummer 10 von rhein-main volley gehört gleich mehreren gefährdeten Randgruppen an: Carlo Wiese ist Norddeutscher in Hessen, (meistens) Libero in einer Volleyballmannschaft und dann auch noch Banker, genauer gesagt Derivatehändler. Deswegen möchten wir ihm und seiner Sicht der Dinge künftig an dieser Stelle regelmäßig ein Forum bieten.  
 
Moin, Moin!

Leistungsport und Aberglaube gehören so unweigerlich zusammen wie Frankfurt und Äppelwoi, Kiel und die „Kieler Woche“ oder Kriftel und der Tabellenplatz hinter rhein-main volley. Das gilt auch und besonders für unsere Mannschaft. Im Laufe der Saison haben sich nämlich in unserem kleinen aber feinen Kreis erschreckend viele Bräuche und Angewohnheiten herausgebildet, denen jegliche rationale Begründung abgeht. Vor allem nach einer langen Serie siegreicher Spiele ist der Leistungssportler an sich schnell geneigt zu glauben, dass gewisse, nennen wir es einmal „Vorgehensweisen“, ursächlich verantwortlich für den Erfolg sind und deshalb zukünftig penibel eingehalten werden müssen.

Da keiner die Schuld auf sich laden will, durch irgendein Versäumnis einer Niederlage Vorschub zu leisten, beginnt bei uns schon lange vor Spielbeginn ein kompliziertes Programm: So hat auf Auswärtsfahrten jeder seinen festen Sitzplatz im Bus und auch das Warmmachen muss genau in einer während der Siegesserie entwickelten Reihenfolge durchgeführt werden. Es wird sogar gemunkelt, dass der eine oder andere Spieler immer die gleiche Unterwäsche während der Matches trägt. Ich hoffe, in diesen Haushalten wird zumindest einmal pro Woche gewaschen…

Ich selbst bin leider auch ein großer Anhänger solcher Rituale. Beispielsweise greife ich mir in den Spielunterbrechungen immer eine Wasserflasche, die in einer Ecke der Kiste steht, und stelle sie danach auch jedes Mal wieder dorthin zurück. Oder die stets gleiche Stelle, an der ich mich vor Spielbeginn dehne – irgendwie krank! Und rational gesehen ziemlich sinnlos. Dass Statistiker herausgefunden haben wollen, dass der Hang zum Aberglauben mit steigendem Bildungsgrad abnimmt, beruhigt mich auch nicht gerade. Und selbst Friedrich der Große soll gesagt haben, der Aberglaube sei „ein Kind der Schwachheit, der Furcht und der Unwissenheit“.

Das zeigt aber nur, dass der alte Fritz trotz seines Beinamens, und obwohl sich seine „Langen Kerls“ in Potsdam bis heute genetisch durchgesetzt haben (siehe Jörn Freiwald), wohl kaum einen guten Volleyballer abgegeben hätte. Wenn dem nämlich tatsächlich so wäre, hätten wir wohl kaum eine so gute Rückrunde gespielt. Davon bin ich überzeugt! Denn am vergangenen Wochenende haben einige von uns, mehr oder weniger unabhängig voneinander, mit ihren Gewohnheiten gebrochen. Da soll es Gerüchten zufolge zu Schuh-, Unterwäsche-, Knieschoner- und gar Sitzplatzwechseln gekommen sein. Und siehe da, wir verlieren zum ersten Mal wieder! Das kann kein Zufall sein. Man muss mit seinen Ritualen eben pfleglich umgehen und ihnen treu bleiben. Nur unsere Mittelblocker können dem nichts abgewinnen. Sie behaupten, Aberglaube sei Blödsinn. Und außerdem bringe er Unglück…

Euer Carlo Columno
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Termine

22.09. Saisonstart 2012/13

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Aktuelle Ergebnisse

TG 1862 Rüsselsheim 2
L.E. Volleys 3
TG 1862 Rüsselsheim 3
VC Eintracht Mendig 1

Tabelle 2009 / 2010

1. GSVE Delitzsch42:10
2. VC Dresden40:12
3. L.E. Volleys38:14
4. FT 1844 Freiburg36:16
5. ASV Dachau34:18
6. TuS Durmersheim32:20
7. TG 1862 Rüsselsheim28:24
8. VSG Coburg/Grub24:28
9. VYS Friedrichshafen22:30
10. VC Eintracht Mendig20:32
11. TSV Grafing16:36
12. TSV Friedberg16:36
13. TSV GA Stuttgart14:38
14. VCO Kempfenhausen2:50
Deutsche Volleyball Liga