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15.03.2009
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Die Nummer 10 von rhein-main volley gehört gleich mehreren gefährdeten Randgruppen an: Carlo Wiese ist Norddeutscher in Hessen, (meistens) Libero in einer Volleyballmannschaft und dann auch noch Banker, genauer gesagt Derivatehändler. Deswegen möchten wir ihm und seiner Sicht der Dinge künftig an dieser Stelle regelmäßig ein Forum bieten.
Moin, Moin!
Im Laufe einer so langen Saison passieren doch immer wieder lustige Randgeschichten, die es sich zu erzählen lohnt. So zum Beispiel bei unserem jüngsten Auswärtsspiel im thüringischen Gotha. Direkt nach dem Eintreffen in der dortigen Ernestinerhalle griff sich unser Youngster Jan Dörmer auf dem Weg in die Umkleidekabine ein Spieltagsblättchen der Gastgeber. Als er sich endlich alle bunten Bilder angeguckt hatte, durfte ich das Heft kurz überfliegen. Und was ich dort unter Rubrik „Der Gegner“ lesen konnte, ist wirklich erwähnenswert.
Die akribisch recherchierten Details über unser Team waren teilweise nämlich nicht einmal uns selbst bekannt! Vom „Auswahlspieler Tim Wacker“ war da etwa die Rede. Auswahl? Was meinten die denn damit? In einem Landeskader oder gar einer Nationalmannschaft hat unser Kapitän jedenfalls (bisher!) noch nie gespielt. Wurde er etwa altersbedingt zwischenzeitlich schon in die „Traditionself“ seines Stammvereins in Rodheim berufen? Oder geht es am Ende um die „Finest Selection“ von „Merci“?
Vielleicht ist er ja auch im ganz allgemeinen Sinne ein „Auserwählter“. Aber von wem? Und vor allem für was? Natürlich, er ist der einzige Ehemann unter uns Spielern von rhein-main volley, insofern wurde er sicherlich von seiner Anna auserwählt. Aber ob man so leicht zum Auswahlspieler werden kann? Ich weiß nicht! Schon der nächste Satz unserer Gothaer Teamvorstellung schlug aber dem Fass endgültig den Boden aus. Da wurde vor dem „starken Holländer Johann Löwen“ gewarnt. Sollte sich tatsächlich ein „Oranje“ in unser Team gemogelt haben?
Wie bitte kommt man darauf, dass Joey aus den Niederlanden stammt? Okay, er kann kein Fußball spielen, das stimmt. Aber woher wissen die in Thüringen das? Oder ist es einfach wegen seines Namens? Dann würde er aber doch wohl eher „Johan van Leuwen“ heißen. Ihr könnt euch jedenfalls vorstellen, wie erfreut er war. Da war eine FC-Bayern-Pleite gar nicht mehr nötig, um ihn auf Hochtouren zu bringen. Und eins muss man unseren käseliebenden Nachbarn ja lassen: Volleyball spielen können sie!
Insofern halten die Gothaer Joey nach unserem 3:0-Erfolg wahrscheinlich immer noch für einen Holländer. Und ist der Ruf erst ruiniert… Auf der Homepage unseres heutigen Gegners VC Dresden wird zumindest ein gewisser Johannes Löwen als Schlüsselspieler unserer Mannschaft ausgemacht. Johannes? Nach dem „höllandischen“ Ausflug wird er nun also schon zum Heiligen erhoben. Wo soll das nur enden? Ich bin auf jeden Fall auf seine heutige Erscheinung, äh Leistung, sehr gespannt!
Euer Carlo Columno
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