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28.03.2009
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Die Nummer 10 von rhein-main volley gehört gleich mehreren gefährdeten Randgruppen an: Carlo Wiese ist Norddeutscher in Hessen, (meistens) Libero in einer Volleyballmannschaft und dann auch noch Banker, genauer gesagt Derivatehändler. Deswegen möchten wir ihm und seiner Sicht der Dinge künftig an dieser Stelle regelmäßig ein Forum bieten.
Moin, Moin!
Die „Sächsischen Wochen“ haben wir erfolgreich und mit der optimalen Punkteausbeute absolviert, nun geht es nahtlos mit den „Bayerischen Wochen“ weiter. Das heißt aber nicht, dass wir es uns jetzt mit Schweinsbraten, Knödeln und Weißbier gut gehen lassen, vielmehr ist weiterhin harte Arbeit gefragt. Schließlich haben wir auch im heutigen Spitzenduell gegen die Jungs aus Dachau mit dem Gegner noch eine Rechnung offen und wollen die Hinspielniederlage ausmerzen.
Denn eines unserer Saisonziele war es doch, gegen keine Mannschaft zweimal zu verlieren. Dass das nur für Teams außerhalb des Rhein-Main-Gebiets gilt, habt ihr gewusst, oder? Also kommt mir jetzt nicht mit den Derbys gegen Kriftel. Das gehört zur Taktik, unsere Nachbarn immer erst ein Stück davonziehen zu lassen, um sie dann um so spektakulärer zu überholen – wie am vorigen Wochenende mal wieder geschehen. Das ist quasi so, als ob man jahrzehntelang geduldig seinen alten B-Corsa fährt, um sich dann, wenn sie sich nebenan gerade einen neuen Astra Caravan zugelegt haben, direkt den fetten Insignia mit allen Extras in die Einfahrt zu stellen. Macht einfach mehr Spaß!
Unsere nach wie vor also nur leicht beschmutzte weiße Weste soll nun aber auf keinen Fall weiß-blau eingefärbt werden. Da können die Bayern noch so oktoberfest auf den Ball hauen oder uns krachlederne Aufschläge servieren – am Ende gibt’s eins auf’s Dach, au! Auch ganz wortspielfrei könnten wir damit sogar unser zweites Saisonziel (Platz 3 bis 5) übertrumpfen und am Ende noch den Vizemeistertitel holen – Aber ich will den Tag nicht vor dem Abend loben. Viel spannender ist, mit welchem Zuspieler wir das heutige Match beginnen werden.
Nachdem unser Mann von der Insel zuletzt überragend agiert hat, wurde er vor der Abfahrt nach Delitzsch von einer gewissen Angina gestoppt. Dabei stand auf dem Zettel am Eingang zur Delitzscher Schulsporthalle doch nur: „Lisa-Marie Kramer hat ab sofort Schulclub-Verbot“ (Name von der Redaktion geändert – Was die wohl angestellt hat?). Von einem Sam Bragg war nicht die Rede. Die mir unbekannte Dame hat es unserem Spielertrainer Thilo von Hagen jedenfalls ermöglicht, seinerseits eine starke Vorstellung abzuliefern. Heißt es also heute: „Never change a winning team“?
Ich glaube eher, dass Thilo nach dem Fünfsatz-Krimi noch die ein oder andere Woche zur Regeneration benötigt. Psychische Belastung ist er an der Seitenlinie ja gewohnt. Aber dass er zu Beginn einer Auszeit statt einer taktischen Anweisung erstmal nach Luft ringend fragt, ob wir das Spiel auch als so intensiv empfinden würden (wohlgemerkt, wir befanden uns erst am Anfang des vierten Satzes!), das fand ich doch ungewöhnlich. Anscheinend spielt er mit Sauerstoffmangel jedoch noch besser. Also schaun mer mal, ob wir euch wieder fünf Sätze bieten können!
Euer Carlo Columno
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