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Wilmas wilde Worte

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Auf der Schokoladenseite

06.10.2008
Wenn der Schiedsrichter beim Volleyball eine Münze werfen lässt, folgt ein fünfter Satz im Tiebreak, der über Sieg und Niederlage entscheiden soll. Rund 300 Zuschauer kamen am Samstag in der Rüsselsheimer Walter-Köbel-Halle in der Begegnung zwischen Rhein-Main Volley (RMV) und FT Freiburg zu diesem aufregenden Hochgenuss.
Sie sahen, wie das Geldstück seine Gunst RMV-Mannschaftskapitän Tim Wacker gewährte. Der beschloss, auf der Seite zu bleiben, auf der das Team zuvor den vierten Satz gewonnen hatte. Ungewöhnlich, wählt doch der Sieger des Münzwurfes fast immer das Annahmerecht. "Ich wollte mit einer Führung in den Satz starten, und an diesem Tag konnten wir nur auf dieser Seite gut spielen", erklärte der Diagonalspieler. Auch Volleyballer sind abergläubisch.

Wacker trog sein Gefühl nicht. Nach einer 8:2-Führung im Tiebreak wechselte RMV die Seite mit einem dicken Punktepolster, das die Hessen noch brauchen sollten. Freiburg verkürzte bis auf 14:12. Erst mit dem vierten Matchball kam RMV zum 3:2-Sieg (18:25, 25:12, 15:25, 25:21, 15:12) und blieb so in der Zweiten Bundesliga (Gruppe Süd) nach drei Spieltagen ungeschlagen.

Zur Heimspielpremiere bot der Erstligaabsteiger ein Auf und Ab zwischen Topniveau und Jammertal, das sich in den Satzergebnissen widerspiegelte. Trainer Thilo von Hagen erstaunte das nicht: "Ich habe gesagt, wir sind eine Wundertüte. Man weiß nicht, was rauskommt. Wir haben es nicht verstanden, auf einem Level durchzuspielen." Doch zeigte das Ergebnis eben auch, "dass wir das spielerisch drauf haben. Wir sind auf einem richtigen Weg", wie Nachwuchs-Ass Jan Dörmer feststellte. Das gerade 18 Jahre alte Nesthäkchen aus der Jugend der TG Rüsselsheim war dafür fast das Synonym. Trotz einer längeren Schwächephase Mitte des Spiels hielt von Hagen konstant an ihm fest. "Für unseren Jüngsten hat es mich wahnsinnig gefreut, dass er dann mit zum Matchwinner wurde", lobte der Trainer.

In der Wundertüte befand sich neben der Schokoladenseite zudem in dem Engländer Sam Bragg ein auch erst 21 Jahre alter Zuspieler, der nach wackligem Start später ziemlich abgeklärt wirkte. Neben den wuchtigen Angaben von Johann Löwen waren es ganz nebenbei seine Flatterbälle, die den Annahmespielern von Freiburg besondere Probleme bereiteten. Insgesamt war von Hagen allerdings mit den Angaben nicht wirklich zufrieden: "Unsere A-Variante hat fast nie funktioniert." Hier gibt es somit Verbesserungsbedarf. Doch war der Sieg über den Vorjahreszweiten der zweiten Liga so erfreulich, dass die Manöverkritik eher vertagt wurde.

Immerhin gibt es teamintern noch Steigerungspotenzial. So litt Wacker unter einem viralen Infekt. "Ich hatte bei jedem Pfiff ein Kreischen im Ohr", sagte er. Angeschlagen war auch Peter Wellbrock (Schulter und Knie), der nur sporadisch bei Aufschlägen auf das Feld kam.

Am nächsten Samstag laden die Krifteler in der Weingarten-Halle um 20 Uhr zum Hessenderby. "Da ist Kriftel ganz klar der Favorit", sagt von Hagen. Nach dem blitzsauberen Start der hessischen Konkurrenten dürften die Männer der TuS Kriftel allerdings gewarnt sein. Nur zu den Rüsselsheimer Volleyballfans selbst muss es sich noch durchsprechen, dass man in der Walter-Köbel-Halle "Kampf und Spaß" (von Hagen) geboten bekommt. Vom Zuschauerzuspruch zur Heimspielpremiere war RMV enttäuscht.
Quelle: Frankfurter Rundschau
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1. GSVE Delitzsch42:10
2. VC Dresden40:12
3. L.E. Volleys38:14
4. FT 1844 Freiburg36:16
5. ASV Dachau34:18
6. TuS Durmersheim32:20
7. TG 1862 Rüsselsheim28:24
8. VSG Coburg/Grub24:28
9. VYS Friedrichshafen22:30
10. VC Eintracht Mendig20:32
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12. TSV Friedberg16:36
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