|
28.06.2008
|
|
"Günni schlägt auf" - am heutigen Samstag zum 100. und letzten Mal. Der Verfasser der gleichnamigen "Main-Spitze"-Kolumne und Volleyballer Christian Günther wechselt zwecks Sportstudium an die TU München. Und zum Volleyball-Verein "Generali Haching".
|
Er sagt es selbst: "Was interessiert es die Leute, wenn ich in München bin?" Die Kolumne endet deshalb, weil sie davon lebte, dass der Autor in Rüsselsheim angefasst, wiedererkannt, angesprochen, bewundert und geschmäht werden könne. Fremde Frauen sogar - er schmunzelt bei dieser Formulierung - sprachen ihn auf offener Straße an: "Hast Du wieder schön geschrieben", während Reaktionen aus der Volleyballer-Welt zuweilen durchaus deftig ausfielen. "Da schlug der Bierernst des Sports durch. Obwohl meine Glosse wirklich nicht zu 100 Prozent ernst gemeint war." Eben. Denn die Kolumne mit dem Erkennungsbild, auf dem der Verfasser, gebürtiger Wetzlarer, 23 Jahre alt, mit schelmischem Blick TG-Maskottchen Wilma ein Küsschen hinhaucht - übrigens stieg zum Foto seinerzeit Vereinskamerad Thomas Mudersbach ins Wilma-Gewand -, war alles, nur eben nicht dies, bierernst. Wo käme man hin mit einer bierernsten Glosse, aus der Taufe gehoben als Sponsoring der "Main-Spitze" für den unaufhaltsamen TG-Volleyball-Aufstieg? Anfangs noch mit dem WG-Genossen Sören Schneider in gemeinsamer Autorenschaft verfasst und auf TG-Wohngemeinschaft abgestellt, blieb die Chose irgendwann an dem athletischen jungen Mann Christian Günther alias "Günni" hängen. Und der nahm die Herausforderung an. Man könnte aber auch sagen, dass die Lust des Schreibens mit ihm durchbrannte. Was er erlebte, filterte er zunehmend unter dem Aspekt, es in der wöchentlichen Kolumne zu "verbraten", in der wahrhaftig nicht nur Volleyball-Analyse und Anverwandtes zu lesen standen, sondern auch Dinge, die selbst neben dem großen Volleyball noch zum Leben gehören. Auch war es durchaus "nicht immer das optimale Bild vom Sportler. Ich schlage eben ab und zu auch mal über die Stränge". Ja, und es stimme, was man über ihn kolportiere. "Ich neige über Weihnachten dazu, anzusetzen." Dabei grinst er übers ganze sympathische Gesicht. "Günnis" Feder ist talentiert. Es bereitet ihm Vergnügen, zu fabulieren, der Lust am stilistischen Gag zu frönen, flapsig zu schreiben und zu flachsen. Sein einstiger Herren-Kader-Trainer Volkmar Hauf beispielsweise, in Marburg lebend, hat vermittels Internet keine der regelmäßig erschienen Glosse ausgelassen: "Günni, ich bin perfekt über Dein Leben informiert." Und auch Christian selbst, egal, ob er bei einer EM in Kroatien war oder im Spanien-Urlaub, klickte sich ins Samstag-Internet, um nachzusehen, ob denn... Ja, immer, zwei Jahre lang. In Bescheidenheit denkt der Autor "an eine gebundene Ausgabe aller Kolumnen, aber eher nur mal so für mich". Oder für die Großeltern zu Weihnachten, "damit die wissen, was der Enkel macht".
|
|
Quelle: Main-Spitze
|