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30.12.2010
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Dass viele Angriffszüge über Johann Löwen laufen, ist nichts Ungewöhnliches. Doch im letzten Match des Jahres hatte der Ausnahmespieler von Volleyball-Zweitligist TG Rüsselsheim eine besondere Quote: Zwei Drittel aller Pässe landeten bei „Joey», der die meisten davon auch in Punkte verwandelte. Am Ende ging die Turngemeinde beim TSV Friedberg mit 3:2 als Gewinner vom Feld und setzte damit zum Jahresabschluss ihre eindrucksvolle Serie von sieben Siegen aus den zurückliegenden acht Partien fort.
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Dass Johann Löwen in Friedberg so viel zu tun hatte, zumal er auch Annahmespieler ist, lag an den großen Personalproblemen, von denen seine Mannschaft seit Wochen gebeutelt ist. Gab es in seinen dreieinhalb Jahren in Rüsselsheim immer wieder Ausfälle und war ein kleiner Kader nicht die Ausnahme, sondern die Regel, kam es nun ganz arg. „So schlimm war es noch nie», betont Löwen.
In Friedberg fehlte die halbe Stammmannschaft. Der Angriff lief fast nur über zwei Personen: Simon Forster und Johann Löwen. „Joey hat 70 Prozent der Bälle bekommen und ich 20», erklärte Forster. „Das war extrem», erinnert sich Löwen, „aber der Gegner hat es uns auch leicht gemacht, hat sich taktisch falsch aufgestellt, so dass ich immer einen kleinen Zuspieler im Block gegen mich hatte.»
„Der Joey hat die Hauptlast im Angriff zu tragen, und das schon seit einigen Wochen», sagt Trainer Claude Weber, „wir sind daher sehr froh, dass er so gut drauf ist“. Nachdem Kapitän Tim Wacker als einer wichtigsten Punktelieferanten im November ausgefallen war, musste Zuspieler Kevin Goncalves, vor Saisonbeginn aus den USA neu dazu gekommen, vor allem über Löwen spielen. Und der präsentierte sich in Hochform.
Trotzdem fand es der langjährige Bundesligaspieler aus Eltmann, der 2008 ins erste „All Star Team“ der Deutschen Volleyball-Liga gewählt wurde und glücklicherweise von größeren Verletzungen in seiner Laubahn verschont blieb, schon sehr verwunderlich, dass seine Mannschaft mit 16:10 Punkten nach der Hinrunde so gut dasteht wie in den beiden Vorjahren. „Wir standen ja ständig mit neuen Leute auf dem Feld. Aber die haben sich immer sehr schnell angepasst. Außerdem haben wir viel mit Kampf wettgemacht und unsere taktischen Möglichkeiten sehr gut genutzt», sah sich Löwen mit seinem Team von Coach Weber bestens vorbereitet auf die Klassenkonkurrenten. „Wir kannten die Hauptschlagrichtung der gegnerischen Angreifer und wussten, wo der Zuspieler hinspielt.»
Sind Tim Wacker (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Mittelblocker Manuel Lohr (Fingerbruch) 2011 wieder fit, hält „Joey» in der Rückrunde den dritten Platz wie in der vergangenen Saison unter Trainer Luis Ferradas für möglich. Ob die Turngemeinde auch in der folgenden Runde auf ihren sprunggewaltigen, dynamischen Hauptangreifer bauen kann, muss sich allerdings erst weisen.
Der Maschinenbaustudent an der Fachhochschule Darmstadt wird Anfang des Jahres seine Abschlussarbeit schreiben und dann bald auf Jobsuche gehen. Findet er im Rhein-Main-Gebiet eine Stelle, sieht der in Bauschheim wohnende 28-Jährige keinen Grund, nicht weiter in Rüsselsheim Volleyball zu spielen. Allerdings würde er sich für die Zukunft einen größeren Kader wünschen, damit sich die Belastung etwas verringern lässt, „denn es wird schon jedes Jahr immer schwieriger, meine Leistung zu bringen. Das merke ich vor allem im Training.»
Als nächstes geht es für die TG-Volleyballer am 8. Januar (Samstag) nach Dresden, ehe am 22. Januar das Heimspiel gegen die L.E. Volleys aus Leipzig folgt. „Gegen Dresden sollten wir gewinnen“, meint Johann Löwen selbstbewusst, „gegen Leipzig wird es schon schwieriger. Das Hinspiel haben wir 0:3 verloren, und in der vergangenen Saison haben wir auch nicht gegen Leipzig gewonnen. Da wird es Zeit, dass sich das mal ändert.»
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Quelle: Rüsselsheimer Echo
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