|
20.10.2008
|
|
Thilo von Hagen konnte sein Glück kaum fassen: "Und das gegen die beste Mannschaft der Liga", frohlockte der Spielertrainer des Zweitligisten Rhein-Main Volley nach 119 spannenden, dramatischen, ja sensationellen Spielminuten, in denen der Topfavorit der Südgruppe, TV Bühl, 3:2 (18:25, 25:20, 26:28, 25:17, 15:13) niedergerungen worden war.
|
Das Gros der rund 300 Zuschauer in der Köbel-Halle hielt es schon lange nicht mehr auf den Sitzen: Stehende Ovationen nach einem Super-Block von Jakub Strzelcyk im Tiebreak zum 13:12 - die erste Führung der Platzherren in diesem finalen Durchgang überhaupt. Dann, nach dem Aufschlag von Außenangreifer Johann Löwen zum 15:13, für den sich bei den Badenern keiner so richtig verantwortlich fühlte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr - der Branchenprimus war endgültig besiegt.
Nahe liegend, dass "RMV"-Manager Jan Wüntscher übers ganze Gesicht strahlte: "Das ist eine neue Qualität. Wir haben nie aufgegeben - trotz einiger strittiger Schiedsrichterentscheidungen." Auch ein Blick auf die Tabelle lässt Wüntschers wohl frohlocken: Zwar sind die heimischen "Haudraufs" wegen eines noch nachzuholenden Spieles "nur" Fünfter, stehen aber mit zwei Minuspunkten auch nicht schlechter da als die Angereisten, die immer noch den Platz an der Sonne einnehmen. Und: auch "RMV"-Bezwinger TuS Kriftel ging am Wochenende in Freiburg erstmals leer aus.
Für von Hagen, der sich rein aufs Coachen beschränkte und bei seinem dünnen Kader von nur sieben Spielern damit wahrlich genug zu tun hatte, war es vor allem ein taktischer Sieg: "Unsere Block-Feld-Abwehr hat super funktioniert. Wir haben uns die Bühler vorher auf Video genau angesehen." Kaum zu glauben, wenn man vor allem den ersten Satz der Hausherren heranzieht, die - wie so oft - leer ausgingen, obwohl die Gäste so einige Fehlangaben im Repertoire hatten. Dann, in Durchgang zwei jedoch, überzeugte "RMV" jedoch durch schöne Blocks und Schläge. Ebenso im dritten Abschnitt mit einem überragenden Kapitän und Diagonalspieler Tim Wacker, auch wenn der Satz unglücklich verloren ging. "Eigentlich hätten die Rüsselsheimer schon eher den Sack zu machen müssen", befand Gästetrainer Mathias Eichinger. "Sie waren einfach besser."
|
|
Quelle: Main-Spitze
|