Team 2011/12

Von links: Roman Metelskiy, Jakub Strzelczyk, Christian Hesse, Trainer Luis Ferradas, Tobias Böing, Paul Borger, Anton Borger, Thomas Mudersbach, Paul Becker, Thilo von Hagen, Manuel Lohr (Bild: Manfred Winkler)
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Talentiert und motiviert
Die Jugend hat ab sofort das Sagen bei den Bundesligavolleyballern der TG 1862 Rüsselsheim. Nachdem in den zurückliegenden Jahren die Hauptlast vorwiegend auf den Schultern der erfahrenen Top-Angreifer Tim Wacker und Johann Löwen ruhte, müssen sich in der neuen Saison jüngere Kräfte beweisen. „Talentiert, motiviert und bevorzugt aus der hiesigen Region“, lauteten diesmal die Auswahlkriterien für die Mannschaft. So hat es auch Trainer Luis Ferradas vorgegeben. Der gebürtige Argentinier will mit der TG „nicht den kurzfristigen Erfolg suchen, sondern Nachwuchsspielern mit Potenzial das Angebot machen, sich bei uns weiterzuentwickeln und ihr Leistungsvermögen auszuschöpfen.“ Dafür nimmt der Erfolgscoach, der – nach seinem ersten TG-Gastspiel zu Beginn der 90er Jahre – mit dem VfB Friedrichshafen zwei Mal Deutscher Vizemeister wurde und die Damen des VC Wiesbaden aus der Regionalliga bis auf Platz vier der 1. Bundesliga führte, auch in Kauf, dass es in der kommenden Spielzeit wohl erst einmal nicht um vordere Tabellenplätze gehen wird.
Entscheidender ist die langfristige Perspektive. Die hat auf jeden Fall ein bekanntes Hessen-Trio im Kader. Neben dem Rüsselsheimer Eigengewächs Thomas Mudersbach auf der Liberoposition haben auch der Neu-Isenburger Mittelblocker Manuel Lohr im Mittelblock und Außenangreifer Christian Hesse aus Flörsheim ihre Verträge frühzeitig verlängert. Wieder voll dabei ist in der Mitte auch der Pole Jakub „Kuba“ Strzelczyk, mit knapp 27 Jahren schon der Erfahrenste im Team. Die Darmstädter Borger-Brüder, die vom langjährigen Ligakonkurrenten TuS Kriftel zur TG gewechselt sind, passen ebenso gut ins neue Anforderungsprofil. Der frühere Juniorennationalspieler Anton Borger ging schon in der Erstligasaison 2005/06 für die TG ans Netz und trug im darauffolgenden Jahr auch zum Wiederaufstieg bei. Nach einer Verletzungspause vertrat er zuletzt im Sommer die deutschen Farben bei den Militär-Weltspielen in Rio de Janeiro. Mit seinem jüngeren Bruder Paul Borger ist in der neuen Saison der Rüsselsheimer Mittelblock komplett.
Gleich doppelten Zuwachs haben die Volleyballer der Turngemeinde außerdem auf einer Position erfahren, die in den zurückliegenden Spielzeiten stets zu den Sorgenkindern zählte. Als Zuspieler konnte zum einen Tobias Böing vom Absteiger TV Rottenburg II verpflichtet werden, der zum Wintersemester ein Studium an der TU Darmstadt aufnimmt. Außerdem steht mit dem Thüringer Roman Metelskiy ein weiterer Regisseur im TG-Kader, der in den vergangenen drei Jahren noch für die Erstligisten VC Leipzig und Chemie Volley Mitteldeutschland aufschlug. Hinzu kommt mit Jannik Fischer, der ein Doppelspielrecht für Regional- und Bundesliga besitzt, noch ein eigenes Talent der Volleyballabteilung. Im Angriff soll zusätzlich Paul Becker für Punkte sorgen. Der schlaggewaltige Nordhesse aus Frankenberg war 2008 deutscher U19-Meister im Beachvolleyball, absolvierte damals auch bereits einige Zweitligapartien für Rüsselsheim.
Entscheidend dürfte sein, wie schnell es die junge Mannschaft schafft, sich in der 2. Bundesliga zu akklimatisieren. Immerhin stehen Luis Ferradas mit Thilo von Hagen und Jens Blöcher noch zwei erfahrene „Stand-by“-Spieler zur Verfügung, darüber hinaus soll es möglichst noch eine Verstärkung für den Angriff geben. Eines wünscht sich das neu formierte Team in einer noch einmal stärker gewordenen Liga aber auch weiterhin: die lautstarke Unterstützung des Publikums!